Brandenburg nimmt einen großen Teil seines Landesstraßennetzes ins Visier. Besonders geschädigte Strecken sollen in den kommenden Jahren nicht nur ausgebessert, sondern grundlegend saniert werden. Den Anfang macht eine Landstraße südlich von Storkow.

An der L 74 bei Storkow stellte Brandenburg das neue Erhaltungsprogramm für Landesstraßen vor. Die Strecke gehört zu den ersten Abschnitten, die im Rahmen des Programms saniert werden. / © Foto: MIL
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Brandenburg startet ein zusätzliches Programm zur Sanierung seiner Landesstraßen. Der Handlungsdruck ist erheblich: Große Teile des Netzes gelten nach der jüngsten Zustandserfassung als erhaltungsbedürftig. Nun beginnt im Landkreis Oder-Spree die erste konkrete Baumaßnahme.
- Bundesland: Brandenburg
- Programm: Erhaltungsprogramm für Landesstraßen
- Projektstatus: Umsetzung beginnt
- Umfang: Bis zu 520 Kilometer Landesstraße
- Finanzrahmen: Bis zu 200 Millionen Euro
Brandenburg verfügt über ein weit verzweigtes Straßennetz. Allein der Landesbetrieb Straßenwesen betreut rund 5.520 Kilometer Landesstraßen. Nach der Zustandserfassung und -bewertung aus dem Jahr 2023 gelten rund 65 Prozent davon als substanziell erhaltungsbedürftig. Nahezu zwei von drei Bestandskilometern haben damit den festgelegten Warn- oder Schwellenwert überschritten.
Brandenburgs Landesstraßen sollen nicht nur neue Asphaltdecken bekommen
Das neue Programm soll genau dort ansetzen. Es ergänzt das reguläre Bauprogramm des Landesbetriebs Straßenwesen und konzentriert sich auf besonders geschädigte Abschnitte. Grundlage bilden rund 520 Kilometer, die bei der Zustandserfassung 2023 den Prioritätsklassen 1 und 2 zugeordnet wurden.
Dabei geht es ausdrücklich nicht allein um neue Deckschichten. In den vergangenen Jahren konnten nach Angaben des Landes mit den verfügbaren Mitteln häufig vor allem oberflächenbezogene Arbeiten umgesetzt werden. Bei tiefer liegenden Schäden reicht das jedoch nicht dauerhaft aus.
Deshalb sollen nun je nach Zustand vorhandene Schichten erneuert oder verstärkt werden. Wo nötig, entsteht ein neuer tragfähiger Fahrbahnaufbau. Damit will das Land wiederkehrende Schäden verringern und die Nutzungsdauer der Straßen verlängern. Wo die Bedingungen passen, soll außerdem Kaltrecycling zum Einsatz kommen. Bei diesem Verfahren lässt sich vorhandenes Straßenmaterial direkt vor Ort wiederverwenden.
Auftakt bei Storkow: L 74 wird auf 4,3 Kilometern saniert
Bei den Landstraßen bildet den praktischen Auftakt des neuen Erhaltungsprogramms die L 74 im Landkreis Oder-Spree. Am 28. September sollen die Arbeiten zwischen dem Knotenpunkt L 74/L 42 und Kehrigk beginnen. Auf rund 4,3 Kilometern erhält die Fahrbahn einen neuen zweischichtigen Oberbau. Hinzu kommen neue Markierungen und Beschilderungen.
Das Land kalkuliert für diesen Abschnitt mit rund 1,6 Millionen Euro. Während der Bauzeit bleibt die Strecke vollständig gesperrt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im November abgeschlossen sein.
Für die L 74 besteht darüber hinaus weiterer Sanierungsbedarf. Nach Angaben der Stadt Storkow soll die Erneuerung künftig in Richtung Groß Eichholz fortgesetzt werden. Wann dieser Abschnitt umgesetzt werden kann, steht allerdings noch nicht fest.
Weitere Landesstraßen stehen bereits für 2026 auf der Planungsliste
Die L 74 soll nicht die einzige Strecke bleiben, auf der das neue Programm noch 2026 sichtbar wird. In Planung befinden sich nach Angaben des Infrastrukturministeriums außerdem Abschnitte der L 242 bei Willmine, der L 255 bei Kutzerow sowie der L 61 zwischen Lieskau und Lichterfeld.
Hinzu kommen ein Abschnitt der L 691 bei Frankenhain, die L 561 zwischen der B 96 und Kleine Mühle bei Weißack sowie die L 86 zwischen Etzin und der Kreisstraße K 6306. Ob und wann alle diese Maßnahmen tatsächlich beginnen, hängt vom jeweiligen Planungsstand ab.
Für 2026 sieht das Land für das zusätzliche Erhaltungsprogramm zunächst rund zehn Millionen Euro vor. Insgesamt beträgt der Finanzrahmen bis voraussichtlich 2031 bis zu 200 Millionen Euro. Die zusätzlichen Investitionen sollen aus dem Sondervermögen beziehungsweise dem Zukunftspaket finanziert werden. Das Ministerium weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass die vollständige Umsetzung von der haushälterischen Absicherung der Mittel abhängt.
L 74 bei Kehrigk: Auftakt des Erhaltungsprogramms
Quellen: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg, Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Stadt Storkow (Mark), rbb24
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Zitat:“Insgesamt beträgt der Finanzrahmen bis voraussichtlich 2031 bis zu 200 Millionen Euro. Die zusätzlichen Investitionen sollen aus dem Sondervermögen beziehungsweise dem Zukunftspaket finanziert werden.“
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