Zwischen Westkreuz, Grunewald, Messe und AVUS plant Berlin ein neues Stadtquartier. Dabei geht es um weit mehr als neue Wohnungen. Das FAQ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Stadteingang West und zeigt, was bereits feststeht – und was noch offen ist.

Der Lageplan zeigt das städtebauliche Konzept für den Stadteingang West zwischen Grunewald, AVUS, Messegelände und Westkreuz.

Das städtebauliche Konzept ordnet den Stadteingang West in mehrere Teilquartiere und zeigt die geplante Vernetzung über die bestehenden Bahn- und Verkehrsanlagen hinweg. / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

© Titelbild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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Zwischen Autobahn, Bahntrassen und Messegelände liegen Flächen, die bislang kaum als zusammenhängender Stadtraum wahrgenommen werden. Genau hier soll sich der Berliner Westen in den kommenden Jahrzehnten stark verändern. Der im Frühjahr 2026 beschlossene Rahmenplan hat die Idee vom „Stadteingang West“ inzwischen deutlich konkretisiert. Dennoch stehen zahlreiche Entscheidungen erst noch bevor.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Lage: Zwischen S-Bahnhof Grunewald, Westkreuz, AVUS, Messegelände und ICC
  • Größe des Planungsgebiets: rund 45 Hektar
  • Projektstatus: Rahmenplan beschlossen
  • Wohnungen: rund 2.400 bis 2.800
  • Weitere Nutzungen: Bildung, soziale Infrastruktur, Gewerbe, Messe und Logistik sowie Grün- und Freiräume

Was ist der Stadteingang West in Berlin?

Der Stadteingang West ist eines der 24 neuen Stadtquartiere, die Berlin im Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 führt. Das Planungsgebiet liegt im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und erstreckt sich zwischen den S-Bahnhöfen Grunewald und Westkreuz sowie dem Messegelände, dem ICC und der AVUS. Seine Kernfläche bildet der ehemalige Güterbahnhof Grunewald.

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Das Gebiet soll langfristig nicht nur bebaut, sondern räumlich neu geordnet werden. Heute zerschneiden Autobahnen und Bahntrassen den Bereich in mehrere Teilflächen. Der aktuelle Rahmenplan versucht deshalb, Wohnen, Arbeiten, Grünräume und neue Verbindungen zu einem zusammenhängenden Stadtraum zu verknüpfen. Wie sich die Planung seit den ersten Entwürfen verändert hat, zeigt auch das 2024 ausgewählte landschaftlich geprägte Konzept für den Stadteingang West.

Im Sommer 2026 bündelte Berlin die Zuständigkeit für Bebauungspläne in einer größeren Gebietskulisse, die auch das ICC und weitere Flächen umfasst. Die Unterschiede zwischen den 45 Hektar Planungsgebiet und der rund 70 Hektar großen Zuständigkeitskulisse sind deshalb kein Widerspruch.

Wie viele Wohnungen entstehen am Stadteingang West?

Nach Angaben der Senatsverwaltung liegt das Potenzial bei rund 2.400 bis 2.800 Wohnungen. Ein Schwerpunkt des Wohnungsbaus liegt auf dem ehemaligen Güterbahnhof Grunewald. Dort soll die landeseigene HOWOGE bezahlbaren Wohnraum schaffen.

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Die Visualisierung zeigt den geplanten Stadteingang West in Berlin mit neuen Wohngebäuden, begrünten Freiräumen sowie Wegen zwischen den Häusern.

Am Stadteingang West soll zwischen Westkreuz und Grunewald ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Gewerbe, sozialer Infrastruktur sowie umfangreichen Grün- und Freiräumen entstehen. / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Was soll außer Wohnungen gebaut werden?

Der Stadteingang West soll kein reines Wohngebiet werden. Der Rahmenplan sieht einen Bildungsstandort, Gewerbe, soziale Infrastruktur sowie Grün- und Freiflächen vor. Hinzu kommen Flächen für Messe und Logistik. Bereits die 2019 formulierten Planungsziele sahen eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, messebezogenen Nutzungen und grüner Infrastruktur vor.

Auch die Freiräume spielen eine zentrale Rolle. Der Rahmenplan besteht deshalb nicht nur aus einem Hauptplan, sondern zusätzlich aus Sektoralplänen für Freiraum und Mobilität. Das Ziel ist ein dichtes, gemischtes und autoarmes Quartier. Dabei sollen die heute voneinander getrennten Teilbereiche besser miteinander verbunden werden.

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Wie soll der Stadteingang West einmal aussehen?

Die planerische Grundlage stammt von Hosoya Schaefer Architects aus Zürich und Agence Ter.de aus Karlsruhe. Ihr Konzept setzte sich nach einem EU-weiten wettbewerblichen Dialog durch. Berlin beauftragte das Team 2024 mit der weiteren Planung. Die Idee gliedert den von Verkehrsachsen durchschnittenen Raum in fünf miteinander verbundene Quartiere. Die veröffentlichten Visualisierungen zeigen dichte Bebauung, viel Vegetation und neue Fuß- und Radverbindungen.

Wann wird der Stadteingang West gebaut?

Einen verbindlichen Baubeginn für das gesamte Quartier gibt es bislang nicht. Die Senatsverwaltung spricht von einem langfristigen Entwicklungshorizont 2040+. Die Beteiligungsplattform meinBerlin nennt für das dort geführte Vorhaben derzeit eine Laufzeit bis voraussichtlich Ende 2036.

Entscheidend ist der Umbau des Autobahndreiecks Funkturm. Die Neuordnung der Verkehrsanlagen war überhaupt erst der Anlass, die schwer zugänglichen Flächen städtebaulich neu zu betrachten. Der komplexe Zusammenhang zwischen Autobahnbau und Stadtentwicklung ist auch der Grund, warum sich das Projekt über viele Jahre erstrecken wird. Die Schwierigkeiten beim Umbau des Autobahndreiecks Funkturm zeigen, wie eng beide Vorhaben miteinander verbunden sind.

Visualisierung der erneuerten A100 und der neuen Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm in Berlin.

So soll der Verkehr künftig wieder fließen: Die Visualisierung zeigt die erneuerte A100 am Autobahndreieck Funkturm mit der neuen Ringbahnbrücke im Berliner Westen. / © DEGES

Was hat das Autobahndreieck Funkturm mit dem neuen Quartier zu tun?

Die  A100 und A115 prägen den Stadteingang West heute maßgeblich. Erst die geplante Neuordnung des Autobahndreiecks eröffnet die Möglichkeit, Flächen neu zu erschließen und bestehende Barrieren zumindest teilweise anders zu organisieren. Der Autobahnumbau ist damit keine unabhängige Baustelle neben dem Quartier, sondern eine wesentliche Voraussetzung für dessen Entwicklung.

Gleichzeitig handelt es sich um unterschiedliche Projekte mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten. Gerade rund um Westkreuz und Funkturm laufen mehrere große Verkehrsmaßnahmen parallel. Auch die historische AVUS-Tribüne und ihr Umfeld spielen bei der Neuordnung des Raums eine Rolle.

Wird der Stadteingang West ein autofreies Quartier?

Die Senatsverwaltung bezeichnet die geplante Struktur als autoarm, nicht als vollständig autofrei. Der Mobilitätsplan soll die einzelnen Quartiere miteinander und mit dem vorhandenen Verkehrsnetz verbinden. Eine wichtige Rolle spielen dabei Fuß- und Radverkehr sowie die bestehenden S-Bahn-Stationen Westkreuz und Grunewald.

Gerade diese Vernetzung gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Planung. Bahntrassen, Autobahnen und große Straßen bilden heute erhebliche räumliche Barrieren. Die Visualisierungen des Planungsteams zeigen deshalb unter anderem neue Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer über bestehende Verkehrsanlagen hinweg. Ihre konkrete Ausführung muss jedoch in den weiteren Planungsverfahren geklärt werden.

Der Rahmenplan „Stadteingang West | Vision 2040+“ zeigt geplante Wohn-, Gewerbe-, Logistik-, Grün- und Freiflächen zwischen Grunewald und Westkreuz.

Der 2026 beschlossene Rahmenplan bildet die Grundlage für die weitere Bauleitplanung am Stadteingang West und ordnet die vorgesehenen Nutzungen räumlich ein. / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Warum ist der ehemalige Güterbahnhof Grunewald so wichtig?

Der brachgefallene Güterbahnhof bildet die Kernfläche des Stadteingangs West. Anders als viele Flächen unmittelbar am Autobahndreieck bietet er größere zusammenhängende Bereiche, die für Wohnungsbau und ergänzende Nutzungen entwickelt werden sollen. Die Senatsverwaltung zählt das Gelände zu den letzten großen innenstadtnahen Brachen Berlins.

Gerade hier soll die HOWOGE Wohnraum schaffen. Das Planungskonzept sieht jedoch keine isolierte Wohnsiedlung vor. Gebäude, Grünflächen und öffentliche Räume sollen miteinander verbunden werden. Die Entwicklung des Güterbahnhofs war deshalb bereits ein zentraler Bestandteil der ersten konkreteren Planungen für den Stadteingang West.

Was passiert am Westkreuz?

Das Westkreuz bildet einen weiteren Schwerpunkt. Im Wettbewerbsverfahren wurden für diesen Bereich deutlich dichtere bauliche Strukturen untersucht. Frühere Konzepte enthielten dort auch Hochpunkte. Der heute beschlossene Rahmenplan ist jedoch abstrakter als die Wettbewerbsvisualisierungen und legt einzelne Gebäudehöhen noch nicht abschließend fest.

Das ist auch für die parallel geführte Hochhausdebatte wichtig. Ein privater Entwurf für einen mehr als 200 Meter hohen Turm am westlichen Stadteingang stieß im Baukollegium auf erhebliche Vorbehalte. Die Diskussion um den geplanten „Messeturm“ nahe dem Stadteingang West und die weiterlaufenden Gespräche über den Hochhausstandort sind deshalb nicht Teil des aktuellen Plans am Stadteingang West.

Die Visualisierung zeigt den geplanten „Stadteingang West“ in Berlin mit dem ICC im oberen rechten Bildbereich, dem Autobahndreieck Funkturm, neuen Hochhäusern und weiteren Gebäuden. Das Konzept veranschaulicht die geplante städtebauliche Entwicklung und die neue Vernetzung des Quartiers zwischen Messegelände, ICC und den angrenzenden Verkehrsachsen.

Eine Visualisierung zeigt eine Hochhaus-Idee für den „Stadteingang West“ rund um das ICC und das Autobahndreieck Funkturm. Der Entwurf wird derzeit jedoch nicht weiter verfolgt. / © Visualisierung: REALACE GmbH

Gehört das ICC zum Stadteingang West?

Das ICC liegt unmittelbar am Entwicklungsraum, ist aber nicht einfach ein Teil des rund 45 Hektar großen neuen Stadtquartiers. Seit 2026 gibt es jedoch eine engere planungsrechtliche Verbindung: Der Senat hat wesentliche Bereiche des Stadteingangs West und das ICC in eine rund 70 Hektar große Gebietskulisse von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung einbezogen .

Dadurch liegt die Verantwortung für die entsprechenden Bebauungspläne bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die Stadt will damit Stadtentwicklung, Verkehrsinfrastruktur und die Zukunft des ICC stärker auf gesamtstädtischer Ebene koordinieren.

Die Visualisierung zeigt das ICC Berlin aus der Vogelperspektive mit geplanten Hochhäusern, neuen Vorplätzen und weiteren Details der Quartiersentwicklung.

Die Luftaufnahme verdeutlicht, wie das ICC künftig mit neuen Gebäuden und Freiräumen in sein Umfeld eingebunden werden soll. / © GRAFT GmbH/Max Dudler GmbH

Wird am Stadteingang West ein Olympisches Dorf gebaut?

Das ist möglich, aber nicht beschlossen. Berlin sieht den Stadteingang West als möglichen Standort für ein Olympisches und Paralympisches Dorf vor, falls eine entsprechende Bewerbung erfolgreich ist. Der Senat nennt diese temporäre Nutzung ausdrücklich als mögliche besondere Funktion des neuen Quartiers.

Die langfristige Stadtentwicklung hängt jedoch nicht grundsätzlich von Olympischen Spielen ab. Der Stadteingang West wurde bereits Jahre vor den aktuellen Olympia-Überlegungen geplant und ist seit 2024 als Neues Stadtquartier im StEP Wohnen 2040 verankert.

Was hat der Senat 2026 beschlossen?

Der entscheidende Schritt erfolgte am 28. April 2026: Der Senat beschloss den Rahmenplan „Stadteingang West | Vision 2040+“. Er schafft die Grundlage für die weitere vorbereitende und verbindliche Bauleitplanung. Allerdings ist ein Rahmenplan noch kein Baurecht für einzelne Häuser.

Im nächsten Schritt müssen unter anderem der Flächennutzungsplan angepasst und Bebauungspläne erarbeitet werden. Im Juni 2026 beschloss der Senat zudem die außergewöhnliche stadtpolitische Bedeutung wesentlicher Bereiche des Stadteingangs West und des ICC. Damit konzentriert Berlin die entsprechenden Bebauungsplanverfahren bei der Senatsverwaltung.

Ist die Planung für den Stadteingang West bereits endgültig?

Nein. Das ist einer der wichtigsten Punkte für die Einordnung der veröffentlichten Pläne und Visualisierungen. Der Rahmenplan gibt die räumliche Richtung vor, trifft aber noch keine parzellenscharfen Festsetzungen. Auch einzelne Gebäude, genaue Nutzungsverteilungen und viele Details der Erschließung müssen erst in späteren Verfahren konkretisiert werden.

Gerade deshalb kann sich das Erscheinungsbild einzelner Teilquartiere noch verändern. Der Rahmenplan ist so angelegt, dass Baufelder und Quartiere unabhängig voneinander entwickelt werden können. Die 2026 beschlossene Planung markiert damit nicht das Ende, sondern den Übergang von der städtebaulichen Vision zur eigentlichen Bauleitplanung.

 

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, meinBerlin 

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4 Kommentare

  1. Löwe 16. September 2026 at 04:59 - Reply

    Schwieriger Standort, vielleicht sollte erstmal eine Lösung für die ICC-Ruine gefunden werden? Und dann ist da noch das Klima-Anpassungsgesetz, und das weite zurückbleiben hinter den gesetzten Zielen die Stadt grüner zu gestalten https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/07/berlin-stadtbaeume-baeume-rodungen.html

    Warum nicht das ICC abreißen und die gesamte Autobahn dort überdachen? Dadurch würde die Aufenthaltsqualität dort ansteigen, mehr würden dort freiwillig hinziehen wollen, und Messebesuchern würde auch mehr Stadt geboten, anstatt eine laute von Abgasen durchtränkte Stadtluft, nahe meherer Schnellstraßen.

  2. Wagner Marianne 16. September 2026 at 13:32 - Reply

    Ich bitte um Informationen wie es mit diesem Projekt voran geht. Sie hoch ist der Anteil er Sozialwohnungen geplant, es sollten mind. 30 % sein. Wenn dies das olympische Dorf werden könnte, würde das auch dazu führen, dass hier keine Einheiten für Azubis und Studies entstehen, oder Wohngemeinschaften zu organisieren wären?

  3. Wagner Marianne 16. September 2026 at 13:35 - Reply

    Neues Wohnquartier ist okay, aber es haben sie die Bedarfe geändert. Wird darauf eingegangen?
    – Anteil Sozialbau-WE
    – Anteil WE für Azubis und Studis
    – Anteil für diverse Wohngemeinschaften z.B. für ältere Menschen oder auch für Azubis oder Studis

  4. Heide Witzker 16. September 2026 at 16:11 - Reply

    Autoarmes Quartier, und mittendrin das AD Funkturm – selten so gelacht!

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