Der Berliner Senat hat den Rahmenplan für das neue Stadtquartier „Stadteingang West“ beschlossen. Auf dem Areal zwischen Westkreuz und Grunewald soll in den kommenden Jahren ein gemischt genutztes Quartier entstehen. Die Planung schafft nun die Grundlage für die nächsten Schritte der Bauleitverfahren.

Das neue Stadtquartier „Stadteingang West“ entsteht in unmittelbarer Nähe des Funkturm Berlin und soll bislang schwer zugängliche Flächen rund um den Verkehrsknotenpunkt städtebaulich neu ordnen. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: Hosoya Schaefer Architects AG, Agence Ter.de GmbH
Nach langjährigen Diskussionen ist es soweit: der Berliner Senat hat den Rahmenplan für das neue Stadtquartier „Stadteingang West“ beschlossen. Damit wird ein weiterer Baustein für eines der langfristig größten Stadtentwicklungsprojekte im Westen Berlins gesetzt.
Zwischen den S-Bahn-Stationen Westkreuz und Grunewald soll auf einer bisher nur eingeschränkt nutzbaren Fläche ein neues urbanes Quartier entstehen.
„Stadteingang West“: Rahmenplan für 45 Hektar beschlossen
Die nun verabschiedete Planung umfasst ein rund 45 Hektar großes Gebiet, dessen Zentrum der frühere Güterbahnhof Grunewald bildet. Der Rahmenplan dient als übergeordnetes Steuerungsinstrument für die künftige Bauleitplanung und bildet die Grundlage für Wettbewerbsverfahren sowie konkrete Bebauungspläne.
Vorgesehen ist die Entwicklung von etwa 2.400 Wohneinheiten sowie ergänzenden Nutzungen wie Bildungs- und Gewerbeflächen. Das landeseigene Wohnungsunternehmen Howoge soll dabei insbesondere bezahlbaren Wohnraum realisieren.
Wohnraum, Bildung und Gewerbe am Westkreuz geplant
Neben der Wohnnutzung sieht das Konzept auch eine stärkere Mischung der Funktionen vor. Geplant sind soziale Infrastruktur, gewerbliche Angebote sowie Freiräume, die das neue Quartier strukturieren sollen. Ziel ist ein urbanes Gebiet mit kurzen Wegen und einer stärkeren Verknüpfung der Nutzungen.
Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler sprach im Zusammenhang mit dem Beschluss von einem wichtigen Schritt für die gesamtstädtische Entwicklung. Das Projekt sei Teil einer Reihe geplanter neuer Stadtquartiere, die auf die wachsende Nachfrage nach Wohnraum reagieren sollen.
Autobahnumbau am Funkturm als Auslöser der Entwicklung
Auslöser für die Entwicklung des Areals ist der geplante Ersatzneubau des Autobahndreiecks Funkturm. Erst durch die veränderten Verkehrsplanungen werden bislang schwer zugängliche Flächen für eine städtebauliche Nutzung geöffnet. Damit rückt ein Raum in den Fokus, der bislang vor allem durch Infrastruktur geprägt ist.
Der Rahmenplan soll nun die Grundlage für die nächsten Planungsschritte schaffen, darunter Änderungen im Flächennutzungsplan sowie die Festlegung als Gebiet von besonderer stadtpolitischer Bedeutung.

In Charlottenburg soll die neue Ringbahnbrücke bis Sommer 2027 fertig werden. / © Visualisierung: Deges
Zwischen Messe und Sportanlagen: Perspektive Olympische Nutzung bleibt offen
Eine besondere Rolle könnte das Gebiet im Falle einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung Berlins erhalten. Dann wäre eine temporäre Nutzung als Olympisches Dorf vorgesehen. Die Lage zwischen Messe, Verkehrsknotenpunkten und bestehenden Sportanlagen wird in diesem Zusammenhang als potenzieller Standortvorteil bewertet.
Die weitere städtebauliche Ausformung des Quartiers bleibt zunächst offen. Klar ist jedoch, dass der „Stadteingang West“ über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten entwickelt werden soll und damit zu einem der langfristigen Transformationsräume im Berliner Westen zählt.
„Messeturm“: Hochhausdebatte am westlichen Stadteingang

Im Berliner Baukollegium herrscht Uneinigkeit über das geplante 200 Meter hohe Hochhaus auf dem Gelände des „Artemis“ nahe der Stadtautobahn A100. Die Gespräche über das Vorhaben sind jedoch noch nicht abgeschlossen. / © Visualisierung: REALACE GmbH
Parallel zu den nun beschlossenen Rahmenbedingungen bleibt die Frage der baulichen Dichte und Höhenentwicklung ein umstrittenes Thema. Für zusätzliche Diskussionen sorgten zuletzt Überlegungen zu einem Hochhausprojekt am westlichen Stadteingang in Halensee. Unter dem Arbeitstitel „Messeturm Berlin“ bzw. „Expo Tower“ wurden Entwürfe für ein Gebäude mit deutlich über 200 Metern Höhe vorgestellt.
Die Reaktionen im Baukollegium fielen zurückhaltend aus. Kritisch bewertet wurden insbesondere die Abweichung von bisherigen städtebaulichen Leitlinien für den Stadteingang West, die dort ursprünglich keine markanten Hochpunkte vorsahen. Trotz der Kritik gilt das Projekt noch nicht als endgültig vom Tisch.
Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, rbb24, Ketano Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit, REALACE GmbH, Berliner Baukollegium, Max Dudler, C.F. Møller Architects
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