Das Heizkraftwerk Moabit bekommt einen neuen Schornstein. Wegen der Kranarbeiten bleibt die Putlitzbrücke vom 21. Juli bis 1. August 2026 für den Autoverkehr gesperrt.

Blick auf das Heizkraftwerk Moabit: Im Zuge der Modernisierung entsteht ein neuer 42 Meter hoher Schornstein als Teil der künftigen Fernwärmeversorgung. / © Foto: Wikimedia Commons, Bukk
© Titelbild: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC BY-SA 4.0
Ein Spezialkran, drei schwere Bauteile und eine der wichtigsten Straßenverbindungen rund um den Westhafen: Am Heizkraftwerk Moabit beginnt Ende Juli eine technisch anspruchsvolle Bauphase. Die Arbeiten betreffen nicht nur das Kraftwerksgelände, sondern verändern für mehrere Tage auch die Verkehrsführung im Berliner Nordwesten.
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Friedrich-Krause-Ufer 10–15, 13353 Berlin
- Projektstatus: Bau und Montage
- Schornsteinhöhe: 42 Meter
- Gewicht: bis zu 18 Tonnen je Bauteil
Die BEW Berliner Energie und Wärme lässt am Heizkraftwerk Moabit drei große Kaminsegmente montieren. Ein Spezialkran hebt die Bauteile nacheinander an ihren vorgesehenen Platz. Aus ihnen entsteht ein neuer, 42 Meter hoher und dreizügiger Schornstein. Die einzelnen Segmente wiegen laut BEW bis zu 18 Tonnen. Wegen dieser Lasten und der notwendigen Sicherheitsabstände reicht das Kraftwerksgelände für die Arbeiten allein nicht aus.
Putlitzbrücke in Moabit für Autos vollständig gesperrt
Der neue Schornstein gehört zu einer größeren Umstellung des Standorts. Im bestehenden Kesselhaus II entstehen drei gasgefeuerte Großwasserraumkessel mit jeweils 42 Megawatt Feuerungswärmeleistung. Zusammen erreichen die neuen Anlagen maximal 126 Megawatt. Sie sollen heißes Wasser für das Berliner Fernwärmenetz erzeugen. Die Abgase aller drei Kessel werden später getrennt durch die drei Züge des neuen Schornsteins geführt.
Für die Montage sperren die Behörden die Putlitzbrücke zwischen Westhafenstraße und Birkenstraße vollständig für Kraftfahrzeuge. Die Sperrung beginnt am Dienstag, 21. Juli 2026, um 6 Uhr. Sie soll am Samstag, 1. August 2026, gegen 18 Uhr enden. Die Zufahrt zum Westhafen bleibt erhalten und wird ausgeschildert.
Weiträumige Umfahrung der gesperrten Putlitzbrücke
Autos und Lastwagen müssen den Bereich großräumig umfahren. Die Verkehrsinformationszentrale Berlin führt die Umleitung über Turmstraße, Beusselstraße, Seestraße und Amrumer Straße. In der Gegenrichtung gilt die Route entsprechend umgekehrt.
Eine kurze Umfahrung durch die benachbarten Uferstraßen steht nicht zur Verfügung: Das Nordufer ist zwischen Föhrer Straße und Seestraße gesperrt, das Friedrich-Krause-Ufer zwischen Fennstraße und Föhrer Straße. Dort laufen bereits andere Bauarbeiten.
Fußgänger und Radfahrende können die Putlitzbrücke weiter nutzen
Menschen zu Fuß und auf dem Fahrrad dürfen die Putlitzbrücke während der Arbeiten grundsätzlich passieren. Für sie richtet die Baustelle gesicherte Wege ein. Da an einzelnen Stellen nur wenig Platz bleibt, sollen Radfahrende absteigen und ihr Fahrrad durch die Engstellen schieben. Während bestimmter Kranbewegungen kann das Baustellenpersonal auch den Gehweg kurz sperren. Nach Angaben der BEW sollen diese Unterbrechungen jeweils nur wenige Minuten dauern.
Auch der Zugang zum S- und U-Bahnhof Westhafen bleibt offen. Fahrgäste können den Bahnhof somit trotz der Straßensperrung erreichen. Die BEW will Anwohnerinnen und Anwohner zusätzlich über Aushänge informieren. Verkehrsteilnehmende sollten dennoch mehr Zeit einplanen, weil die Umleitung mehrere stark befahrene Straßen im Umfeld von Moabit, Wedding und Westhafen berührt.
Putlitzbrücke
Quellen: BEW Berliner Energie und Wärme GmbH, Verkehrsinformationszentrale Berlin, Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin
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2 Kommentare
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Ich frage mich, ob der Umbau mit der Umrüstung auf Gas zu tun hat. Es sind schon ziemlich befremdlich die Kohleberge und die Schiffe voller Kohle zu sehen und dann zu denken, dass man den Kram am Ende einatmet.
Die Arbeiten sind Teil des Kohleausstiegs am Standort HKW Moabit und Berlin, der bis 2030 vollzogen sein soll. Die Versorgungssicherheit für die Fernwärme wird über die neuen Gas-Heizkessel erhalten, die Stromerzeugung entfällt meines Wissens nach komplett