Wo heute noch eine weitgehend versiegelte Fläche dominiert, entstehen künftig Bauminseln und neue Aufenthaltsorte, denn der Schlossplatz am Humboldt Forum in Berlin-Mitte soll nachträglich begrünt werden. Zum Baustart reiste sogar Architekt Franco Stella persönlich nach Berlin.

Die Bauarbeiten zur Begrünung des Schlossplatzes sollen im Juli beginnen. Insgesamt werden künftig 18 verschiedene Baumarten gepflanzt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Entwicklung des Humboldt Forums ist noch längst nicht abgeschlossen. Kaum ein Ort in Berlins historischer Mitte befindet sich derzeit in einem ähnlich kontinuierlichen Wandel.
Nach der Präsentation des Südpfeils, dem Baustart für die geplante Freitreppe zur Spree und das weiterhin erwartete Freiheits- und Einheitsdenkmal richtet sich der Blick nun auf den südlichen Schlossplatz. Dort soll in den kommenden Monaten ein umfangreiches Begrünungsprojekt umgesetzt werden.
Humboldt Forum: Architekt Franco Stella reist persönlich zum Baustart an
Zum offiziellen Auftakt der Maßnahme hatte das Humboldt Forum am Freitagnachmittag auf den Schlossplatz eingeladen. Generalintendant Hartmut Dorgerloh begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Stadtgesellschaft, und auch einige Baumpaten. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte jedoch ein anderer Teilnehmer: Franco Stella.
Der Architekt des Humboldt Forums war eigens aus Italien angereist und wurde von den Anwesenden mit Applaus begrüßt. Sein Erscheinen verlieh dem Termin zusätzliche Bedeutung, denn erstmals wird das Umfeld seines Bauwerks grundlegend verändert.
Nachträgliche Begrünung: Dorgerloh spricht über die Hitze auf dem Schlossplatz
In seiner Ansprache machte Dorgerloh deutlich, weshalb die Umgestaltung notwendig geworden sei. Die weitgehend versiegelte Fläche entwickle sich insbesondere in den Sommermonaten zu einem Hitze-Hotspot.
Die Aufenthaltsqualität sei dadurch enorm eingeschränkt, so Dorgerloh. Die Begrünung sei deshalb auch eine Reaktion auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Nicht teilnehmen konnte Berlins Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt, die krankheitsbedingt absagen musste.

Noch dominiert Naturstein den südlichen Schlossplatz. Bis Ende des Jahres sollen hier erste Bauminseln und neue Grünflächen entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Schlossplatz in Berlin-Mitte: 18 Baumarten erinnern an Humboldts Forschungsreisen
Bereits im kommenden Monat sollen die Bagger anrollen. Bis Ende des Jahres werden die ersten Bauminseln entstehen und erstmals sichtbar machen, wie sich der Charakter des Schlossplatzes künftig verändern wird.
Geplant ist die Pflanzung von insgesamt 18 verschiedenen Baumarten. Sie orientieren sich an Regionen und Landschaften, die Alexander von Humboldt auf seinen Forschungsreisen bereiste oder wissenschaftlich dokumentierte. Die Bäume stammen demnach aus Asien, Amerika und Europa. Damit verbindet das Projekt ganz bewusst Klimaanpassung, Biodiversität und die inhaltliche Ausrichtung des Humboldt Forums miteinander.
Humboldt Forum: Baumpatenschaften sollen die Stadtgesellschaft einbinden
Ein weiterer Bestandteil des Projekts sind Baumpatenschaften, über die ein Teil des Projekts mitfinanziert wird. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Institutionen können sich an der Finanzierung einzelner Bäume beteiligen.
Das Humboldt Forum möchte damit nicht nur zusätzliche Unterstützung für das Vorhaben gewinnen, sondern zugleich die Verbundenheit der Berlinerinnen und Berliner mit dem Ort stärken, wie Dorgerloh betonte.

Mit einem symbolischen Baustart wurde die Begrünung des südlichen Schlossplatzes am Humboldt Forum offiziell eingeleitet. Generalintendant Hartmut Dorgerloh begrüßte die Gäste vor der historischen Schlossfassade. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Drei Bauminseln entstehen: Ein weiterer Baustein für die historische Mitte
Die Begrünung des Schlossplatzes markiert einen weiteren Schritt bei der Entwicklung der historischen Mitte Berlins. Wo heute noch eine weitgehend steinerne Fläche den Stadtraum prägt, sollen künftig Schatten, Aufenthaltsqualität und ökologische Vielfalt entstehen. Dafür werden einzelne Elemente versetzt und an anderer Stelle neu platziert, einige Pflastersteine sollen für andere Projekte in Berlin recycelt werden.
Zusammen mit den weiteren geplanten Projekten rund um das Humboldt Forum entsteht damit Stück für Stück ein Stadtraum, der stärker auf die Bedürfnisse einer wachsenden und zunehmend vom Klimawandel betroffenen Metropole reagiert.
bbz Landschaftsarchitekten gestalten den Schlossplatz am Humboldt Forum neu
Schon im kommenden Jahr wird sich der südliche Vorplatz des Humboldt Forums also sehr viel grüner präsentieren, man darf gespannt sein.
Umgesetzt wird die Maßnahme vom Büro bbz Landschaftsarchitekten, das bereits 2013 den Wettbewerb für die Freiraumgestaltung gewann. Sichtbar sind die Arbeiten des Büros vor allem auf der dem Lustgarten zugewandten Seite, die dortigen begrünten Terrassen werden von Besucherinnen und Besuchern gern genutzt. Das soll zeitnah also auch auf der Südseite des rekonstruierten Stadtschlosses möglich sein.

Mit den neuen Bauminseln erhält der bislang weitgehend versiegelte südliche Schlossplatz zwischen Humboldt Forum und Spree künftig deutlich mehr Grün und Aufenthaltsqualität. / © Visualisierung: bbz Landschaftsarchitekten

Drei neu angelegte Bauminseln sollen den Schlossplatz künftig strukturieren und mit Bäumen sowie Sitzgelegenheiten zusätzliche Aufenthaltsqualität bieten. / © Visualisierung: bbz Landschaftsarchitekten
Humboldt Forum
Quellen: Humboldt Forum, AIV, bbz Landschaftsarchitekten, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Mitte
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3 Kommentare
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Man fragt sich, warum daran bei der Planung des Projekts nicht gedacht wurde. Eine kostspielige, wenn auch notwendige Korrektur – und wieder werden Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen.
Falsch es werden keine Steuergelder verplempert sondern sinmvoll eingesetzt. Das Planungen erweitert werden damit man schneller vorankommt ist völlig gängig. Das kann man beklagen. ABER haben Sie sich gefrsgt WER GEGEN die Begrünung war ?
Und warum hat man daran nicht gedacht, bevor man Millionen ausgegeben hat?