In Billstedt plant Hamburgs städtische Vermieterin einen tiefgreifenden Umbau: An der Möllner Landstraße sollen rund 300 geförderte Wohnungen entstehen. Dafür soll zunächst ein Bestand aus den 1950er Jahren weichen.

Möllner Landstraße
Cottaweg

© Titelbild: SAGA Unternehmensgruppe

Der Druck auf den Hamburger Wohnungsmarkt bleibt hoch. Besonders bezahlbare Wohnungen sind knapp, die Nachfrage übersteigt seit Jahren das Angebot. Nun will die SAGA Unternehmensgruppe mit einem größeren Neubauvorhaben im Stadtteil Billstedt reagieren: An der Möllner Landstraße sowie am Cottaweg, unweit der U-Bahn-Station Merkenstraße, sollen rund 300 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen.

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Dafür ist unter anderem der Abriss von 176 Bestandswohnungen aus den späten 1950er Jahren vorgesehen. Ziel ist es, auf eigenen Grundstücken die Wohnfläche am Standort nahezu zu verdoppeln. Die bestehenden Gebäude – Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser und sogenannte Duplex-Einheiten – entsprechen nach Einschätzung des Unternehmens weder heutigen energetischen Anforderungen noch den Zielen des Klimaschutzes. Auch Barrierefreiheit und zeitgemäße Grundrisse seien im Bestand nur eingeschränkt umsetzbar.

Entscheidung nach umfassender Prüfung: Abriss nicht vor 2029

Dem geplanten Neubau ging nach Angaben der SAGA eine intensive Prüfung voraus. Dabei sei auch untersucht worden, ob eine energetische Modernisierung wirtschaftlich und sozial vertretbar wäre. Das Ergebnis: Eine Sanierung hätte erhebliche Eingriffe in die Bausubstanz erfordert und wäre mit deutlichen Mietsteigerungen verbunden gewesen, ohne die strukturellen Defizite grundlegend zu beheben.

Vor diesem Hintergrund entschied sich das Unternehmen für den Ersatzneubau. Im Rahmen eines Vorbescheidsverfahrens wurden die planungsrechtlichen Voraussetzungen bereits geschaffen. Konkrete Zeitpläne liegen allerdings noch nicht vor; mit einem Abriss ist voraussichtlich nicht vor 2029 zu rechnen.

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Mehr Familienwohnungen und neue Energieversorgung: Was neu entstehen soll

Geplant sind energieeffiziente Mehrfamilienhäuser mit vier bis acht Geschossen. Anders als im Bestand soll ein breiter Wohnungsmix entstehen, darunter größere, familiengerechte Grundrisse sowie barrierefreie Angebote für ältere Menschen. Die Wärmeversorgung ist über Geothermie oder Fernwärme vorgesehen.

Das Vorhaben soll in mehreren Bauabschnitten realisiert werden. So will die SAGA die notwendigen Umzugsketten innerhalb des Stadtteils organisieren. Ergänzend ist eine Quartiersgarage mit rund 100 Stellplätzen geplant, um den Parkdruck im Umfeld zu mindern. Die Höhe der anfänglichen Nettokaltmieten hängt von den Förderkonditionen ab und steht noch nicht fest.

SAGA sichert Rückkehrrecht für alle Mieterinnen und Mieter

Bei einer Mieterversammlung Mitte Februar informierte die zuständige Geschäftsstelle die Bewohnerinnen und Bewohner über das weitere Vorgehen. Alle Haushalte sollen individuell abgestimmte Wohnungsangebote im Bestand erhalten und beim Umzug begleitet werden. Die Betreuung übernimmt eine spezialisierte Tochtergesellschaft des Unternehmens.

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Zugleich sichert die SAGA allen Mieterinnen und Mietern ein Rückkehrrecht in die Neubauten zu.

Quellen: SAGA, BV HH

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