Im Segelflieger Quartier in Johannisthal geht es inzwischen auf mehreren Baufeldern voran. Am Mittwoch wurden die Grundsteine für die ersten 182 Mietwohnungen gelegt. Gleichzeitig wird nun konkreter, was BAUWERT als Nächstes plant.

Grundsteinlegung für Arthur und Thekla im Segelflieger Quartier: Am 30. September 2026 wurde auf der Baustelle der Beginn der Hochbauphase gefeiert. / © Foto: BAUWERT AG
© Titelbild: BAUWERT AG
Vor einem Jahr war das Gelände des künftigen Segelflieger Quartiers noch weitgehend eine große Entwicklungsfläche. Inzwischen stehen Kräne über dem früheren Flugplatzareal in Johannisthal und die ersten Wohnhäuser wachsen aus dem Boden. Mit der Grundsteinlegung für „Arthur“ und „Thekla“ am 30. September 2026 beginnt nun offiziell die Hochbauphase. Und mit „Orville“ steht bereits das nächste große Wohnprojekt in den Startlöchern.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Standort: Segelfliegerdamm, Berlin-Johannisthal
- Projektstatus: Arthur und Thekla im Hochbau; Orville angekündigt
- Wohnungen Arthur/Thekla: 182 Mietwohnungen
- Wohnungen Orville: 173 Eigentumswohnungen
- Gesamtquartier: rund 1.800 Wohnungen
Exakt ein Jahr nach dem ersten symbolischen Spatenstich im Segelflieger Quartier setzte BAUWERT am Mittwoch gemeinsam mit Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt und Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel zwei gravierte Grundsteine für „Arthur“ und „Thekla“. Sie sollen später in die Außenanlagen vor den Gebäuden integriert werden. Das Kellergeschoss ist nach Angaben des Unternehmens fertiggestellt, nun beginnt der Hochbau.

So soll der Neubau Thekla im „Segelflieger Quartier“ in Johannisthal aussehen. / © Visualisierung: BAUWERT
Johannisthal: Wohnungen wachsen jetzt in die Höhe
Damit folgt auf die zuletzt bereits sichtbaren ersten Betonwände im Segelflieger Quartier der nächste Schritt. „Arthur“ wird nach Plänen von Stefan Forster Architekten fünf Geschosse und 146 Mietwohnungen mit zwei bis fünf Zimmern erhalten. Die Wohnflächen reichen von 46 bis 121 Quadratmetern. Rund 85 Prozent der Wohnungen sollen barrierefrei sein. Vorgesehen sind außerdem 37 Stellplätze in einer Tiefgarage und 14 oberirdische Stellplätze.
Deutlich kleiner fällt „Thekla“ nach einem Entwurf von gmp Architekten aus. In dem dreigeschossigen Gebäude entstehen 36 Mietwohnungen mit ein bis vier Zimmern und Wohnflächen zwischen 32 und 90 Quadratmetern. Jede Wohnung erhält eine Loggia, rund die Hälfte soll barrierefrei sein. Zusammen mit der denkmalgeschützten Fliegervilla soll der Neubau ein Ensemble bilden.
Die Namen erinnern an Arthur und Thekla Müller, das Gründerehepaar des Flugplatzes Johannisthal. Damit greift BAUWERT die Luftfahrtgeschichte des Areals auch bei den weiteren Gebäuden auf. Schon beim Baustart von Arthur und Thekla war angekündigt worden, dass weitere Häuser Namen von Persönlichkeiten der Johannisthaler Luftfahrtgeschichte erhalten sollen.

So soll das Wohnhaus „Arthur“ im Segelflieger-Quartier in Johannisthal aussehen. BAUWERT plant hier 146 Mietwohnungen sowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss. / © Visualisierung: BAUWERT AG
„Orville“: 173 Eigentumswohnungen als nächstes BAUWERT-Projekt
Nun wird mit „Orville“ eines dieser Folgeprojekte konkret. BAUWERT plant am Segelfliegerdamm 1/45 insgesamt 173 Eigentumswohnungen mit zwei bis fünf Zimmern. Das von Pätzold Architekten entworfene Ensemble soll fünf Vollgeschosse erhalten, größtenteils ergänzt um Staffelgeschosse. Im Erdgeschoss ist eine Gewerbeeinheit vorgesehen. Rund die Hälfte der Wohnungen soll barrierefrei sein.
Die Wohnungen verteilen sich auf 26 Erdgeschosswohnungen, 136 Etagenwohnungen und elf Penthouses. Vorgesehen sind außerdem eine Tiefgarage mit 59 Pkw- und rund 350 Fahrradstellplätzen sowie 20 Plätze für Lastenräder. Photovoltaik soll 30 Prozent der Dachflächen belegen, weitere 50 Prozent sollen extensiv begrünt werden.

Im Innenbereich von Orville plant BAUWERT einen begrünten und autofreien Hof mit Spiel- und Aufenthaltsflächen. / © Visualisierung: BAUWERT AG
Segelflieger Quartier: Auch degewo baut Hunderte Wohnungen
„Orville“ soll direkt am künftigen Quartiersplatz liegen. Der Innenhof ist autofrei geplant und öffnet sich nach Süden zum Quartier. Grünflächen, Spielbereiche und Aufenthaltsflächen sollen den Hof prägen. Alle 173 Wohnungen erhalten laut Planung einen Balkon, eine Loggia, Terrasse oder Dachterrasse.
Parallel wächst das Quartier auch auf anderen Grundstücken. Die landeseigene degewo baut 546 Wohnungen im Segelflieger Quartier, davon 440 öffentlich gefördert. Insgesamt sollen auf knapp 214.000 Quadratmetern bis 2030 rund 1.800 Wohnungen sowie rund 153.000 Quadratmeter Flächen für Forschung, Entwicklung und Gewerbe entstehen. Hinzu kommen unter anderem eine Kita, ein Stadtteilzentrum und Grünflächen.

Im Segelflieger-Quartier in Johannisthal ist die Quartiersentwicklung bereits in vollem Gang. Mehrere Baukräne stehen zwischen großen Erdmassen und Resten der früheren Bebauung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Damit verteilt sich der Wohnungsbau inzwischen auf mehrere Teilprojekte. BAUWERT errichtet zunächst „Arthur“ und „Thekla“ und bereitet weitere Vorhaben wie „Orville“ vor. Die degewo ergänzt das Quartier um einen hohen Anteil geförderter Wohnungen. Aus der lange vorbereiteten Entwicklungsfläche zwischen Segelfliegerdamm und Landschaftspark wird damit schrittweise ein neuer Stadtteil.
Segelflieger Quartier Berlin – Orville
Quellen: BAUWERT AG, WISTA.Plan GmbH, degewo AG, Segelflieger Quartier Berlin
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
4 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Ich bin wirklich Sprachlos. Gegliederte Fassaden, Faschen, lebendige EG bzw. zumindest Gewerbe im EG – es geht doch! Das ist ein fantastischer Entwurf und man kann nur hoffen, dass es auch so umgesetzt wird.
Ich lese die Jubelmeldung über den Bau für zig Wohnungen für junge Familien. Aber ich lese kein Wort über Kindergärten, Schulen, Polikliniken oder Arztpraxen. Werden hier die westdeutschen Fehler wiederholt?
Frage mich ernsthaft wo alle parken, einkaufen und so weiter, gehen sollen. Arztpraxen sind jetzt schon Mangelware im Quartier. Die Schule platzt aus allen Nähten, wird jetzt zum zweiten Mal erweitert.
Die Verdichtung in dem Umfeld ist extrem.
Schön, das diese Brache endlich bebaut wird. Dieses Bauvorhaben ist ja schon lange geplant. In einem Konzept vor vielen Jahren wurde angeraten, alle Parkplätze auf dem Areal zu bauen. U.a. auch ein Parkhaus.
Und jetzt? Es sind sehr wenige Parkplätze vorgesehen.
Auch vier Fahrräder oder zwei Lastenräder, für eine vierköpfige Familie, sind ein Parkplatz.
Nach welchem Schlüssel wird das geplant? Johannisthal wird schon seit Jahren mit Fahrzeugen zugestellt.