Ob über die Spree, Bahntrassen oder die Stadtautobahn: überall in Berlin entstehen derzeit neue Brücken oder bestehende Bauwerke werden vollständig ersetzt. Hinter den Projekten stehen enorme Ingenieurleistungen, jahrelange Bauzeiten und Investitionen in Milliardenhöhe. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt die 17 größten und wichtigsten Brückenneubauten der Hauptstadt.

Eines von vielen großformatigen Brückenbauprojekten in der Hauptstadt: Eine Visualisierung zeigt, wie die Schönhauser-Allee-Brücke in Prenzlauer Berg einmal aussehen soll. / © Visualisierung: SenMVKU
© Visualisierung Titelbild: DEGES
Berlin steht vor einer der größten Erneuerungswellen seiner Verkehrsinfrastruktur seit Jahrzehnten. Zahlreiche Brücken, die in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren entstanden, haben das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht und müssen in den kommenden Jahren ersetzt oder grundlegend erneuert werden.
Allein bis 2040 plant das Land Berlin Investitionen in Milliardenhöhe, um die wichtigsten Verkehrsverbindungen der Hauptstadt dauerhaft zu sichern. Hinzu kommen Großprojekte des Bundes entlang der A100, die ebenfalls den Neubau mehrerer zentraler Brückenbauwerke umfassen.
Brückenprojekte in Berlin: Investitionsvolumen in Milliardenhöhe
Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet dies über Jahre hinweg Baustellen, Sperrungen und Umleitungen; für Ingenieure und Baufirmen hingegen gehören die Projekte zu den anspruchsvollsten Infrastrukturmaßnahmen Deutschlands.
Viele Neubauten entstehen unter laufendem Verkehr, über Bahntrassen, Wasserstraßen oder dicht bebauten Stadtquartieren. Die technische Komplexität, steigende Baukosten und hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Verkehrsführung machen nahezu jedes Projekt zu einer Herausforderung.
Zusammengenommen stehen die hier gezeigten 17 Berliner Brückenprojekte für ein Investitionsvolumen von deutlich mehr als zwei Milliarden Euro. Berücksichtigt man die noch nicht vollständig veröffentlichten Kosten mehrerer Großprojekte der Autobahn GmbH, der Deutschen Bahn und der BVG, dürfte das tatsächliche Gesamtvolumen sogar zwischen zwei und drei Milliarden Euro liegen.
Ringbahnbrücke (A100)

Blick auf den Einhub der neuen Ringbahnbrücke: Die Stahlbauteile werden langsam abgesenkt und ausgerichtet. / © Foto: TIME:CODE:MEDIA
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Bauzeit: 2025–2027
- Kosten: rund 80 Millionen Euro
- Besonderheit: Neubau unter laufendem Bahnverkehr über einer der wichtigsten S-Bahn-Strecken Deutschlands
Der Ersatzneubau der Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm zählt derzeit zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten Deutschlands. Nachdem das Bestandsbauwerk 2025 aufgrund schwerer Schäden kurzfristig gesperrt und anschließend abgerissen werden musste, entsteht nun eine komplett neue Autobahnbrücke. Dank eines beschleunigten Bauverfahrens soll die neue Brücke bereits im Sommer 2027 fertiggestellt werden.
Elsenbrücke

Die Elsenbrücke verbrindet die Bezirke Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg. Hier ist Stau an der Tagesordnung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg / Treptow-Köpenick
- Bauzeit: 2020–2028
- Kosten: 97,7 Millionen Euro
- Besonderheit: Neubau in vier Bauphasen bei nahezu durchgehendem Verkehr
Die Elsenbrücke verbindet Friedrichshain und Treptow über die Spree und gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Berliner Osten. Das bestehende Bauwerk wird seit 2020 abschnittsweise durch zwei vollständig neue Brücken ersetzt, während der Verkehr über Behelfsbrücken aufrechterhalten wird. Nach Abschluss der Arbeiten stehen wieder jeweils drei Fahrstreifen sowie neue Rad- und Gehwege zur Verfügung.
Mühlendammbrücke

Die geplante Begrünung, großzügige Sitzbänke mit Spreeblick und eine potenzielle Nachrüstung einer Tramlinie sollen die neue Mühlendammbrücke in Berlin-Mitte laut Verkehrssenatorin Ute Bonde zu einem „Modellprojekt“ der Berliner Verkehrsplanung machen. / © Visualisierung: Arup Deutschland GmbH, COBE A/S
- Bezirk: Mitte
- Bauzeit: 2024–voraussichtlich 2030
- Kosten: rund 90 bis 100 Millionen Euro
- Besonderheit: Neubau im historischen Stadtkern mit Vorbereitung für eine künftige Straßenbahn
Mitten im historischen Zentrum Berlins entsteht eine neue Mühlendammbrücke, die langfristig den steigenden Verkehrsanforderungen gerecht werden soll. Das Bauwerk wird zugleich auf eine spätere Straßenbahn vorbereitet und ist eng mit der Entwicklung des Molkenmarkts verknüpft. Aufgrund der zahlreichen Leitungen und der unmittelbaren Nähe zur Museumsinsel zählt das Projekt zu den komplexesten innerstädtischen Brückenbaustellen.
Neue Gertraudenbrücke

So soll die neue Gertraudenbrücke in Berlin-Mitte aussehen. / © Visualisierung: sbp – schlaich bergermann partner
- Bezirk: Mitte
- Bauzeit: voraussichtlich Ende 2026 bis Ende 2029
- Kosten: rund 40 Millionen Euro
- Besonderheit: Der Neubau wird mit einer umfassenden Neugestaltung des Spittelmarkts und der Uferbereiche kombiniert, zudem wird die Brücke bereits statisch für eine zukünftige Straßenbahntrasse vorbereitet, während parallel die historische Gertraudenbrücke grundinstandgesetzt wird
Mit dem Ersatzneubau der Neuen Gertraudenbrücke wird eine weitere zentrale Spreequerung im historischen Zentrum Berlins grundlegend erneuert. Das Bauwerk aus den 1970er-Jahren weist erhebliche Schäden auf und musste bereits für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt werden. Gemeinsam mit dem Neubau der Mühlendammbrücke soll die neue Gertraudenbrücke nicht nur die Verkehrssicherheit erhöhen, sondern auch den Stadtraum am Spittelmarkt neu ordnen und eine spätere Straßenbahnverbindung über die Leipziger Straße ermöglichen.
Schönhauser Allee Brücke

Die Schönhauser-Allee-Brücke liegt über einer der verkehrsreichsten Kreuzungen Berlins. / © Visualisierung: SenMVKU
- Bezirk: Pankow
- Bauzeit: voraussichtlich 2027–2032
- Kosten: rund 50 Millionen Euro
- Besonderheit: Gleichzeitige Sicherung von U-Bahn, S-Bahn, Fernbahn, Straßenbahn und Straßenverkehr
Die Schönhauser Allee Brücke zählt zu den technisch anspruchsvollsten Brückenneubauten Berlins. Während der Bauzeit müssen Straßenverkehr, Straßenbahn, Ringbahn, Fernbahn und die U2 auf ihrem denkmalgeschützten Hochbahnviadukt möglichst ohne größere Unterbrechungen weiter betrieben werden. Deshalb erfolgt der Ersatzneubau in mehreren Bauabschnitten bis Anfang der 2030er Jahre.
Westendbrücke

Auf der Baustelle der Westendbrücke in Charlottenburg kam es durch den frostigen Winter zu Verzögerungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Bauzeit: 2025–2027
- Kosten: rund 50 Millionen Euro
- Besonderheit: Neubau parallel zur Ringbahnbrücke als gemeinsames Großprojekt der DEGES
Parallel zur Ringbahnbrücke wird auch die benachbarte Westendbrücke vollständig neu errichtet. Beide Projekte bilden gemeinsam einen wichtigen Teilaspekt der Erneuerung des nahegelegenen Autobahndreiecks Funkturm. Ziel ist es, beide Bauwerke nahezu zeitgleich im Sommer 2027 wieder für den Verkehr freizugeben.
Lange Brücke

Die Visualisierung zeigt das geplante Aussehen der neuen Langen Brücke in Köpenick mit eigener Trasse für Straßenbahn und Bus sowie breiteren Wegen für Radfahrer und Fußgänger. / © Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Bauzeit: noch offen
- Kosten: bislang rund 30 Millionen Euro veranschlagt
- Besonderheit: Neubau einer der wichtigsten Zufahrten zur historischen Altstadt Köpenick
Die Lange Brücke ist die wichtigste Straßenverbindung in die Köpenicker Altstadt und überquert die Dahme. Aufgrund ihres Alters und ihres baulichen Zustands soll sie vollständig ersetzt werden. Das Projekt befindet sich derzeit in der Planungsphase und zählt zu den bedeutendsten Brückenmaßnahmen im Berliner Südosten.
Marggraffbrücke

Der Geh- und Radweg auf der einen Seite an der Marggraffbrücke in Treptow-Köpenick ist aktuell gesperrt, während die Arbeiten am Ersatzneubau weiter voranschreiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Bauzeit: 2023–2027
- Kosten: rund 40 Millionen Euro
- Besonderheit: Ersatzneubau über eine Bundeswasserstraße
Die Marggraffbrücke über den Britzer Verbindungskanal wird vollständig ersetzt und an die heutigen Verkehrsanforderungen angepasst. Neben der Straßenbrücke entstehen moderne Anlagen für den Fuß- und Radverkehr. Das Projekt verbessert gleichzeitig die Schiffbarkeit des Kanals und die Verkehrssicherheit.
Marzahner Knoten
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Bauzeit: laufend
- Kosten: rund 90 Millionen Euro
- Besonderheit: Mehrere Brücken werden gleichzeitig innerhalb eines Verkehrsknotens erneuert
Am Marzahner Knoten entsteht eines der größten Brücken- und Straßenbauprojekte im Berliner Osten. Mehrere Brückenbauwerke werden gleichzeitig ersetzt oder neu errichtet, um einen der wichtigsten Verkehrsknoten der Hauptstadt leistungsfähiger zu machen. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Bauabschnitten über viele Jahre hinweg.
Dunckerbrücke

Die Visualisierung zeigt den Ersatzneubau der Dunckerbrücke. / © Foto: WKP Planungsbüro für Bauwesen GmbH
- Bezirk: Pankow
- Bauzeit: noch offen
- Kosten: bisher rund 5,7 Millionen Euro (frühe Kostenschätzung)
- Besonderheit: Neubau über stark frequentierten Eisenbahngleisen
Die Dunckerbrücke in Prenzlauer Berg wird aufgrund ihres Alters durch einen Neubau ersetzt. Das Projekt ist insbesondere wegen der darunter verlaufenden Bahnstrecken technisch anspruchsvoll. Derzeit befindet sich das Vorhaben aber noch in der Planungsphase
Neue Spreebrücken der Siemensbahn

Die Reaktivierung der Siemensbahn ist auch ein Brückenbauprojekt: Entlang der Strecke entstehen neue Eisenbahnbrücken, bestehende Bauwerke werden erneuert oder ertüchtigt. Sie sind Voraussetzung dafür, dass die historische Trasse heutigen technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen entspricht. / © Visualisierung: DB InfraGO AG
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf / Spandau
- Bauzeit: Hauptbauphase 2028–2029
- Kosten: Bestandteil des Siemensbahn-Gesamtprojekts (Gesamtkosten mehrere hundert Millionen Euro; Einzelkosten der Brücken bislang nicht veröffentlicht)
- Besonderheit: Vollständiger Neubau zweier Eisenbahnbrücken über die Spree
Das spektakulärste Bauwerk des gesamten Siemensbahn-Projekts sind zwei neue S-Bahn-Brücken über die Spree an der Schleuse Charlottenburg. Die historischen Brücken existieren nicht mehr und müssen vollständig neu errichtet werden, damit die Siemensbahn künftig wieder an die Ringbahn angebunden werden kann. Die Bauwerke werden ab 2028 errichtet und gelten als Schlüsselprojekt für die Wiederinbetriebnahme der Strecke bis 2029.
Rhenaniabrücke

Eine neue Brücke über den Alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal soll ein wichtiger Teil der Anbindung an das neue Quartier „Neue Insel Gartenfeld“ werden. / © Visualisierung: KRP Architektur / Büro Happold
- Bezirk: Spandau
- Bauzeit: 2026–2028 (Bauzeit rund 1,5 bis 2 Jahre)
- Kosten: bislang nicht veröffentlicht
- Besonderheit: Die neue Brücke ist keine Ersatzmaßnahme, sondern eine vollständig neue Quartiersbrücke. Sie schafft erstmals eine direkte Anbindung der Insel Gartenfeld und bildet die infrastrukturelle Grundlage für eines der größten Berliner Wohnungsbauprojekte der kommenden Jahre. Mit einer Breite von knapp 20 Metern bietet sie Platz für zwei Fahrspuren, beidseitige Radwege und großzügige Gehwege.
Mit der Rhenaniabrücke entsteht in Spandau eine völlig neue Verbindung zur Insel Gartenfeld und damit eine zentrale Voraussetzung für eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Berlins. Das neue Bauwerk überspannt den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und erschließt künftig das Quartier „Das Neue Gartenfeld“, in dem mehrere tausend Wohnungen entstehen sollen. Neben dem motorisierten Verkehr wird die Brücke von Beginn an auch den Busverkehr sowie den Rad- und Fußverkehr aufnehmen und gilt damit als Schlüsselprojekt für die Entwicklung des gesamten Areals.
Rudolf-Wissell-Brücke

Die Rudolf-Wissell-Brücke ist stark überlastet und muss vollständig ersetzt werden. Der Neubau ist geplant, steht aber noch vor dem Baustart. Ein Termin dafür ist weiterhin offen. / © Foto: IMAGO
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Bauzeit: voraussichtlich ca. 2029–2035 (rund fünf bis sechs Jahre)
- Kosten: bislang nicht veröffentlicht (Bestandteil des Gesamtprojekts „Umbau Autobahndreieck Charlottenburg“)
- Besonderheit: Mit rund 930 Metern Länge ist sie die längste Brücke Berlins; der Neubau erfolgt unter laufendem Verkehr mit täglich etwa 180.000 Fahrzeugen
Historische Brücken im Gleisdreieckpark

Neben dem Bebauungsplan für die „Urbane Mitte“, der der Parkanlage neue Nutzungen und Hochhäuser ermöglichen soll, rückt auch der Ersatz maroder U‑Bahn‑Brücken näher. / © Foto depositphotos.com
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg / Tempelhof-Schöneberg
- Bauzeit: laufend, weitere Bauabschnitte bis in die 2030er-Jahre
- Kosten: insgesamt mehrere zehn Millionen Euro (je nach Teilprojekt)
- Besonderheit: Kombination aus denkmalgerechter Sanierung der historischen Yorckbrücken und vollständigem Ersatz zweier Hochbahnbrücken der Berliner U-Bahn unter laufendem Betrieb
Rund um den Park am Gleisdreieck laufen derzeit mehrere Brückenprojekte, die zu den anspruchsvollsten Infrastrukturmaßnahmen im Berliner Zentrum gehören. Während die historischen Yorckbrücken schrittweise denkmalgerecht saniert und für den Fuß- und Radverkehr ertüchtigt werden, plant die BVG den vollständigen Ersatz zweier stark geschädigter Hochbahnbrücken der Linien U1 und U3. Gemeinsam sichern die Maßnahmen langfristig sowohl ein einzigartiges Industriedenkmal als auch wichtige Verkehrsverbindungen im Herzen der Hauptstadt.
U6-Brücken zwischen Wedding und Reinickendorf

Die Bauarbeiten auf der U6 in Tegel verzögern sich weiter. Die BVG prüft nun aber Möglichkeiten zur Beschleunigung. © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT / KI
- Bezirk: Reinickendorf
- Bauzeit: 2025–2027 (je nach Bauwerk)
- Kosten: Bestandteil des milliardenschweren U6-Sanierungsprogramms; Einzelkosten der Brücken wurden bislang nicht veröffentlicht.
- Besonderheit: Mehrere Hochbahnbrücken werden unter laufender Großbaustelle gleichzeitig erneuert
Im Zuge der umfassenden Generalsanierung der U6 werden mehrere Hochbahnbrücken zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel erneuert oder vollständig ersetzt. Das größte Einzelprojekt ist der Neubau der U-Bahn-Brücke über die Seidelstraße, die künftig wieder den U-Bahn-Verkehr auf einem der wichtigsten Nord-Süd-Korridore Berlins tragen wird. Die Arbeiten sind Teil der größten Modernisierung der U6 seit ihrer Verlängerung nach Tegel in den 1950er-Jahren.
Hellersdorfer Brücken
Hellersdorfer Brücken: Die Brücken sollen im Ersatzneubau so gestaltet werden, dass sie den angrenzenden Straßenbauarbeiten und dem Berliner Mobilitätsgesetz entsprechen. / © Foto: Wikimedia Commons, Amiconn, CC BY-SA 3.0
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Bauzeit: Baubeginn im 2. Quartal 2026, Bauzeit rund 1,5 bis 2 Jahre
- Kosten: bislang nicht veröffentlicht
- Besonderheit: Zwei bestehende Brücken werden zu einem modernen Brückenzug zusammengefasst. Die Neubauten erhalten nahezu die doppelte Breite (rund 20,9 Meter statt etwa 10 Meter), ermöglichen erstmals komfortable und sichere Rad- und Fußwege und werden als langlebige, wartungsarme Stahlbeton-Rahmenbauwerke ohne Lager und Übergangskonstruktionen ausgeführt.
Mit dem Ersatzneubau der Hellersdorfer Brücken wird eine wichtige Ost-West-Verbindung über die Wuhle grundlegend modernisiert. Die beiden bestehenden Brücken aus den Jahren 1968 und 1979 werden vollständig zurückgebaut und durch einen gemeinsamen Brückenzug ersetzt, der deutlich breiter ausfällt und den Anforderungen des Berliner Mobilitätsgesetzes gerecht wird. Neben einer höheren Tragfähigkeit entstehen sichere Wege für den Fuß- und Radverkehr, neue Querungsmöglichkeiten sowie eine naturnahe Umgestaltung des Gewässerbereichs.
Eisenbahnüberführung Wollankstraße

Die Eisenbahnbrücke über die Wollankstraße wird im Zuge der Arbeiten vollständig erneuert und soll den Knotenpunkt langfristig leistungsfähiger und betriebssicher für den Bahnverkehr machen. / © Deutsche Bahn
- Bezirk: Pankow (an der Grenze zu Gesundbrunnen/Mitte)
- Bauzeit: 2024–2028
- Kosten: bislang nicht öffentlich beziffert
- Besonderheit: Die bestehende Eisenbahnüberführung wird unter laufendem Bahnverkehr durch einen kompletten Neubau ersetzt. Parallel entstehen ein zweiter Zugang zum Bahnhof auf der Pankower Seite, ein modernisierter Bahnsteig, Schallschutzanlagen sowie eine größere Durchfahrtshöhe, die langfristig auch eine mögliche Straßenbahntrasse auf der Wollankstraße berücksichtigt.
Mit dem Neubau der Eisenbahnüberführung Wollankstraße erneuert die Deutsche Bahn eines der wichtigsten Brückenbauwerke im Berliner Norden. Die historische Brücke aus dem Jahr 1901 wird vollständig ersetzt und gleichzeitig der Bahnhof Wollankstraße modernisiert, erweitert und barrierefrei ausgebaut. Das Projekt verbessert langfristig die Leistungsfähigkeit der S- und Fernbahn und schafft mit einem zweiten Bahnhofszugang sowie einer höheren Durchfahrt unter der Brücke die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Quartiers.
Große Herausforderungen für das Berliner Verkehrsnetz in den kommenden Jahren
Die vorgestellten Projekte verdeutlichen, vor welchen Herausforderungen die Berliner Verkehrsinfrastruktur in den kommenden Jahren steht. Viele Brücken erreichen das Ende ihrer technischen Lebensdauer und müssen unter laufendem Verkehr ersetzt werden – eine Aufgabe, die Planung, Ingenieurkunst und erhebliche Investitionen erfordert.
Gleichzeitig entstehen Bauwerke, die den Anforderungen einer wachsenden und sich wandelnden Metropole langfristig gerecht werden sollen. Viele Vorhaben werden die Stadt noch über Jahre begleiten und den Verkehr während der Bauzeit spürbar beeinflussen. Langfristig schaffen sie jedoch die Voraussetzungen für ein leistungsfähigeres und widerstandsfähigeres Verkehrsnetz.
Quellen: Arup Deutschland GmbH, COBE A/S, Deutsche Bahn, BVG, DEGES, KRP Architektur / Büro Happold, DB InfraGO AG, Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG, sbp – schlaich bergermann partner, TIME:CODE:MEDIA, SenMVKU
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.



