Mit dem „Königspark“ plant Königs Wusterhausen eines der größten Stadtentwicklungsprojekte der Region. Das Quartier setzt auf kurze Wege, gemischte Nutzungen und viel Grün. Mit dem Einstieg von Drees & Sommer als Beratungsunternehmen tritt die Quartiersentwicklung nun in eine neue Phase ein.

Der „Königspark“ soll als neues Stadtquartier mit gemischten Nutzungen, Bildungsangeboten, Gewerbeflächen sowie öffentlichen Frei- und Grünräumen im Norden von Königs Wusterhausen entwickelt werden. / © Visualisierung: Periskop Partners
© Visualisierung Titelbild: Tchoban Voss Architekten
© Visualisierung: Periskop Partners
In Königs Wusterhausen soll mit dem „Königspark“ ein neues Stadtquartier entstehen. Das rund 56 Hektar große Areal im Norden der Stadt ist bislang durch einen Bebauungsplan geprägt, der ausschließlich eine gewerbliche Nutzung vorsieht. Diese Planung konnte über Jahre hinweg jedoch nicht realisiert werden.
Vor diesem Hintergrund verfolgt die Stadt gemeinsam mit dem Projektentwickler Periskop Development einen neuen Ansatz. Begleitet wird die Quartiersentwicklung vom Beratungsunternehmen Drees & Sommer, das die planerische Strukturierung unterstützt.
Quartiersentwicklung „Königspark“: Nutzungsmix statt reiner Gewerbestruktur
Kern des neuen Konzepts ist ein Nutzungsmix aus Wohnen, Arbeiten und Nahversorgung. Geplant sind rund 2.500 Wohnungen für unterschiedliche Alters- und Einkommensgruppen. Ergänzt werden sollen diese durch soziale und städtische Infrastruktur, darunter eine Feuerwache, ein Bildungscampus mit Schule und Kitas, medizinische Angebote sowie Einzelhandelsflächen.
Darüber hinaus sind etwa 100.000 Quadratmeter Park- und Grünflächen vorgesehen, die sowohl dem Quartier selbst als auch dem angrenzenden Stadtraum zugutekommen sollen. Mit dieser Struktur soll ein eigenständiges Stadtviertel entstehen, das Wohnen, Arbeiten und Freizeit räumlich miteinander verzahnt.
Rahmenplan und Bebauungsplan: Formelle Grundlagen für den „Königspark“
Die planerischen Grundlagen für die Umnutzung wurden bereits geschaffen. Im September 2023 billigte die Stadtverordnetenversammlung einen Rahmenplan für den „Königspark“. Im Dezember desselben Jahres folgte der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 03/23 „Königspark“, womit das formelle Planungsverfahren eingeleitet wurde.
Parallel zur planerischen Konkretisierung setzte die Stadt auf eine frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit. In mehreren Informations- und Beteiligungsformaten wurden Anwohnende, Initiativen, Vereine und Verbände in den Planungsprozess eingebunden, um Bedarf für künftige Nutzungen zu ermitteln. Eine begleitende Einwohnerbefragung zeigte zudem, dass sich eine Mehrheit der Teilnehmenden für den vorgeschlagenen Nutzungsmix aussprach.
15-Minuten-Stadt im Berliner Umland: Leitbild für den „Königspark“
Zentrales Leitmotiv der Quartiersentwicklung ist das Konzept der 15-Minuten-Stadt. Künftige Bewohnerinnen und Bewohner sollen alltägliche Ziele wie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Bildung und Freizeit innerhalb kurzer Wege erreichen können.
Durch diese Struktur sollen sowohl ökologische als auch soziale Effekte erzielt werden. Kurze Wege, eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und eine kompakte Quartiersstruktur sollen das Areal in die bestehende Stadt integrieren und den motorisierten Verkehr reduzieren.
Regenwassermanagement und großzügige Freiräume im Quartier „Königspark“
Ein weiterer Schwerpunkt soll auf dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen liegen. Geplant ist ein integriertes Regenwassermanagement mit oberirdischen Rigolen und Retentionsflächen. Ergänzend sollen begrünte Dächer, wasserdurchlässige Beläge sowie Feuchtwiesen als temporäre Überflutungszonen zur Regenwasserbewirtschaftung beitragen.
Die geplanten Park- und Grünflächen sollen nicht nur die Aufenthaltsqualität erhöhen, sondern auch einen Beitrag zur Biodiversität leisten. Begrünte Flächen wirkten dabei wie natürliche Klimaregulatoren, da sie an heißen Sommertagen kühlend wirken, Feinstaub aus der Luft filtern und das städtische Mikroklima verbessern, wie Drees-&-Sommer-Berater Max Vogel erläuterte.
Wachstum im Berliner Umland: Wirtschaftliche Einbindung des „Königspark“
Königs Wusterhausen befindet sich derzeit in einem dynamischen Entwicklungsprozess. Die Nähe zum Flughafen BER, zum Tesla–Werk in Grünheide sowie zu wissenschaftlichen Einrichtungen stärkt die Region als Wohn- und Arbeitsort.
Auch innerhalb des „Königspark“ sind weitere Nutzungen vorgesehen. Geplant ist unter anderem ein Einsatztrainingszentrum des Zolls mit Trainingsgebäude, Raumschießanlage und Zwei-Feld-Sporthalle. Gewerbliche Nutzungen bleiben damit Teil des Quartiers und sollen den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern zusätzliche Angebote bieten.
Nächste Schritte der Quartiersentwicklung in Königs Wusterhausen
In den kommenden Monaten liegt der Fokus auf der weiteren Ausarbeitung des städtebaulichen Konzepts. Städtebau, Freiraumplanung, Verkehr und technische Infrastruktur sollen dabei enger miteinander verzahnt werden. Der Einstieg in das nächste Bebauungsplanverfahren ist nach aktuellem Stand bis Mitte 2026 vorgesehen.
Mit dem „Königspark“ steht Königs Wusterhausen vor einer der größten Stadtentwicklungsaufgaben der kommenden Jahre. Ob und wie sich das Areal langfristig zu einem funktionierenden Stadtquartier entwickelt, wird von der weiteren planerischen Umsetzung und der kontinuierlichen Einbindung der Stadtgesellschaft abhängen.

Mit rund 56 Hektar Fläche zählt der geplante Königspark zu den größten Stadtentwicklungsprojekten in Königs Wusterhausen. / © Visualisierung: Periskop Partners
Quellen: Drees & Sommer, Königspark, Königs Wusterhausen, Periskop Partners AG, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
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