Nach rund drei Jahren Bauzeit ist die umfassende Sanierung der Frankfurter St. Leonhardskirche abgeschlossen. Ab dem 16. August sind auch die seit 2011 gesperrte Nordvorhalle, der Salvatorchor und die Heilig-Grab-Kapelle wieder öffentlich zugänglich.

Die St. Leonhardskirche in Frankfurt gehört zu den bedeutenden historischen Bauwerken der Stadt. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: depositphotos.com
Nach jahrelanger Sperrung können Besucherinnen und Besucher die Frankfurter St. Leonhardskirche künftig wieder vollständig erleben. Am Sonntag, 16. August, werden die Nordvorhalle, der Salvatorchor und die Heilig-Grab-Kapelle wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Vorausgegangen ist eine mehrjährige Sanierung, bei der zunächst die schwierige Frage der Standsicherheit gelöst werden musste.
Bei der Wiedereröffnung der Kirche im Jahr 2019 war dieser Bereich noch geschlossen geblieben. Grund waren ungeklärte Fragen zur Baugrundertüchtigung und zur statischen Sicherung. Ab Mitte 2023 wurde deshalb zunächst die Tragfähigkeit des Bauteils ertüchtigt. Die Innenrestaurierung begann anschließend im Mai 2024.
Standsicherheit als Voraussetzung für die Restaurierung
Besonders aufwendig war die Sicherung der Nordwand der Vorhalle. Sie wurde mit rund 70 Betonsäulen unterfangen, die zwischen zwei und vier Meter lang sind und einen Durchmesser von bis zu 1,40 Metern haben. Zusätzlich wurde die Wand mit den historischen Pfeilern rückverankert. Während der Arbeiten überwachten spezielle Messsysteme die Bewegungen der Konstruktion millimetergenau.
Nach Abschluss der statischen Arbeiten Anfang 2024 konnten die Restauratorinnen und Restauratoren mit der eigentlichen Innenraumgestaltung beginnen. Überarbeitet wurden unter anderem die Gewölbe und Wände, zwei romanische Portale, zahlreiche Sandsteinelemente, die Bleiverglasung sowie historische Türen und Beichtstühle. Auch Beleuchtung und Klimatechnik wurden erneuert.

Das Hängende Gewölbe im Salvatorchor wurde im Zuge der Sanierung aufwendig untersucht und restauriert (Aufnahme: 2008). / © Foto: Wikimedia Commons, Mylius, CC BY-SA 3.0
St. Leonhardskirche: Historische Raumstruktur wiederhergestellt
Ein Schwerpunkt der Arbeiten lag auf der Rekonstruktion der Raumfolge aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Diese war im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert worden. Unter anderem wurde 1808 das Bodenniveau angehoben und die Nordvorhalle durch große Rundbögen stärker mit dem Hauptschiff verbunden. Die Heilig-Grab-Kapelle wurde damals abgetrennt und als zusätzliche Sakristei genutzt.
Mit der Sanierung wurde das ursprüngliche Raumvolumen wiederhergestellt. Dazu gehörte auch die Absenkung des Bodens. In der Heilig-Grab-Kapelle konnten zudem größere Bereiche historischer Originalsubstanz unter späteren Putzschichten freigelegt und gesichert werden.
Auch das sogenannte Hängende Gewölbe im Salvatorchor erforderte besondere Aufmerksamkeit. Das aus rund 140 teilweise frei hängenden Rippen bestehende Gewölbe wies unter anderem Risse im Sandstein und offene Bleifugen auf. Die Schäden wurden untersucht und anschließend schrittweise von Fachleuten behoben.
Historische Fundstücke kehren in die Kirche zurück
Begleitend zu den Restaurierungsarbeiten fanden archäologische Untersuchungen statt. Dabei wurden zahlreiche historische Fragmente entdeckt, darunter Teile des Heilig-Grab-Altars aus dem 16. Jahrhundert. Die restaurierten Stücke wurden teilweise im Archäologischen Museum gezeigt und konnten im Zuge der Rekonstruktion wieder in die Kirche zurückgebracht werden.
Mit der Öffnung am 16. August werden nicht nur die restaurierten Innenräume, sondern auch der bislang verschlossene Kirchplatz auf der Nordseite wieder zugänglich. Insgesamt waren rund 50 Firmen sowie zahlreiche Planer, Vermesser, Historiker und Restauratoren an dem Projekt beteiligt. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf rund 4,3 Millionen Euro. Unterstützt wurde das Vorhaben unter anderem durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
St. Leonhardskirche
Quellen: Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Stadt Frankfurt am Main, Wikipedia
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