Der Campus Struenseestraße in Hamburg-Altona ist eröffnet. Drei Schulen, 2.200 Schüler und große Sportflächen finden hier Platz.

Der neue Schulcampus Struenseestraße in Hamburg-Altona zeigt bereits seine grüne Fassade und die neu gestalteten Außenflächen entlang der Wege. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Jahrelang wurde geplant, abgerissen, der Boden untersucht und schließlich neu gebaut. Nun ist der Campus Struenseestraße in Hamburg-Altona offiziell eröffnet. Hinter den markanten roten und grünen Fassaden steckt eines der größten Schulbauprojekte der Hansestadt – und eine ungewöhnlich lange Vorgeschichte.
- Bezirk: Altona
- Adresse: Struenseestraße 20–32, 22767 Hamburg
- Projektstatus: fertiggestellt und eröffnet
- Schulen: Ganztagsschule an der Elbe, Struensee-Gymnasium und Deutsch-Französisches Gymnasium
- Kapazität: rund 2.200 Schülerinnen und Schüler sowie rund 250 Lehrkräfte
- Investition: rund 132 Millionen Euro
Mit der offiziellen Eröffnung ist das Großprojekt zwischen Königstraße und Struenseestraße abgeschlossen. Hamburg beziffert die Investition zur Eröffnung auf rund 132 Millionen Euro. Rund 2.200 Schülerinnen und Schüler lernen inzwischen auf dem Gelände. Damit endet auch die Zeit der Übergangsstandorte, die alle drei Schulen während der Bauphase nutzen mussten.
Campus Struenseestraße: Drei Schulen mit eigener Identität
Der Campus funktioniert nicht als eine einzige große Schule. Jede der drei Einrichtungen behält ihre eigene Struktur. Das Struensee-Gymnasium verfügt über vier bis fünf Parallelklassen je Jahrgang, das Deutsch-Französische Gymnasium über drei bis vier. Die Ganztagsschule an der Elbe ist als vierzügige Grundschule angelegt.
Auch die Architektur macht die einzelnen Bereiche sichtbar. Die Neubauten kombinieren Keramik, Sichtbeton und farbige Tonziegel. Rote und grüne Fassaden kennzeichnen die beiden Gymnasien, während bei der Grundschule grüne Ziegel das Erscheinungsbild bestimmen.
Gemeinsam nutzen die Schulen zentrale Bereiche. Dazu gehört vor allem die große Aula zwischen den Gebäudeflügeln. Sie dient Veranstaltungen, Ganztagsangeboten und Begegnungen. Hinzu kommen großzügige Lern- und Aufenthaltsflächen. Für die rund 250 Lehrkräfte entstanden außerdem eigene Arbeitsplätze, sodass sie Unterricht direkt am Campus vorbereiten können.

Die roten Fassadenelemente gehören zu den markanten Neubauten auf dem Schulcampus Struenseestraße in Hamburg-Altona. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Acht Hallenfelder und ein neuer Jugendclub für Altona
Ungewöhnlich groß fällt das Sportangebot aus. Hamburg hat zwei übereinander angeordnete Einfeld-Sporthallen mit zusammen zwei Hallenfeldern sowie zwei gestapelte Dreifeld-Sporthallen mit insgesamt sechs Feldern errichtet. Ab dem späten Nachmittag und an Wochenenden können auch Sportvereine die Hallen nutzen. Damit erhält nicht nur der Schulbetrieb zusätzliche Flächen.
Auch das Außengelände gehört zum Konzept. Auf dem rund 28.500 Quadratmeter großen Grundstück entstanden Bereiche zum Spielen, Bewegen und Aufhalten. Zusätzlich entsteht im Auftrag des Bezirksamts ein Jugendclub für das Quartier. Damit soll der Campus stärker mit Altona verbunden werden und auch außerhalb der Unterrichtszeiten Funktionen für den Stadtteil übernehmen.
Vom schwierigen Baugrund zum 132-Millionen-Euro-Campus
Der Standort selbst hat eine längere Schulgeschichte. 2019 ließ Hamburg die Gebäude der früheren Haupt- und Realschule Königstraße abreißen. Anschließend musste das Gelände auf Kampfmittel untersucht und der Baugrund umfassend saniert werden. Bei Arbeiten kamen zudem historische Spuren früherer Nutzungen sowie Zeitkapseln zum Vorschein.
Auch die Planung verlief nicht geradlinig. Im März 2022 beauftragte Hamburg eine Arbeitsgemeinschaft aus OTTO WULFF und ZÜBLIN als Generalübernehmer. Im Zuge des Vergabeverfahrens wurde die Anordnung eines Gebäudeteils verändert. Dadurch ließ sich eine technisch aufwendige Überbauung des unter dem Grundstück verlaufenden S-Bahn-Tunnels vermeiden.
Hamburg investiert auch anderswo in den Bildungs-Bau
Im September 2024 waren die Rohbauten so weit fortgeschritten, dass Richtfest gefeiert werden konnte. Im Frühjahr 2026 begann schließlich der Schulbetrieb. Mit der feierlichen Eröffnung am 31. August ist der Campus nun vollständig im Hamburger Schulnetz angekommen.
Der Neubau gehört damit zu einer Reihe großer Investitionen in Hamburgs Bildungsinfrastruktur. Ein weiteres Großprojekt entsteht derzeit am Lohsepark: Beim Campus HafenCity investiert Hamburg rund 120 Millionen Euro in einen neuen Schulstandort, der Platz für bis zu 1.600 Schülerinnen und Schüler bieten soll.
Campus Struenseestraße
Quellen: Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg, Bildungsbau Hamburg, NDR, Rohdecan Architekten
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