Im Rahmen des „Hamburg-Standards“ hat die Stadt 13 Bauvorhaben in allen Bezirken ausgewählt, um innovative Maßnahmen zur Senkung der Baukosten im Wohnungsneubau zu erproben. Die Projekte sollen als Grundlage für zukünftige, bezahlbare Wohnungsbauvorhaben dienen.
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Die Freie und Hansestadt Hamburg setzt mit dem „Hamburg-Standard“ neue Maßstäbe für den Wohnungsbau. Mit einem Maßnahmenkatalog, der eine Reduzierung der Baukosten um bis zu ein Drittel ermöglicht, soll der Neubau von Wohnungen bezahlbarer und effizienter gestaltet werden. Um diese Zielsetzung unter realen Bedingungen zu erproben, hat die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen nun 13 Pilotprojekte in allen sieben Bezirken der Stadt ausgewählt.
Dabei repräsentieren die Projekte unterschiedliche Träger, Bauweisen und Wohnformen. Sie umfassen sowohl geförderte als auch frei finanzierte Mietwohnungen und Eigentumswohnungen sowie konventionelle und serielle Bauformen. Insgesamt entstehen rund 1.200 neue Wohneinheiten – vom kompakten Neubau mit neun Wohnungen bis hin zu größeren Projekten mit bis zu 240 Einheiten.
„Initiative kostenreduziertes Bauen“: Stadt Hamburg identifiziert drei zentrale Handlungsfelder beim Wohnungsbau
Im Zentrum der Initiative steht die „Initiative kostenreduziertes Bauen“, die seit über einem Jahr mit mehr als 200 Fachleuten aus Praxis, Wissenschaft und Verwaltung Einsparpotenziale im Wohnungsneubau analysiert. Dabei wurden drei zentrale Handlungsfelder identifiziert: reduzierte Baustandards, optimierte Planungs- und Bauprozesse sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren.
In den Pilotprojekten werden nun konkrete Maßnahmen erprobt. Dazu gehören etwa das Weglassen von Unterkellerungen oder Aufzügen, kompakte Gebäudeformen, standardisierte Tragkonstruktionen und der Einsatz von Modulbauweise. Auch energieeffiziente Standards wie EH 55 sowie die Flexibilität der Grundrisse spielen eine entscheidende Rolle. Der praktische Nutzen dieser Maßnahmen wird zudem wissenschaftlich durch das Institut für Bauklimatik und Energie der Architektur (iTUBS) der TU Braunschweig begleitet.
Der „Hamburg-Standard“: 13 Pilotprojekte in allen sieben Hamburger Bezirken verankert
Jeder der sieben Hamburger Bezirke ist mit mindestens einem Projekt vertreten. So soll ein repräsentativer Querschnitt über die Stad entstehen. An der Schenefelder Landstraße in Altona ist ein Vorhaben des Evangelischen Kirchenkreises geplant. In Bergedorf werden hingegen gleich zwei Projekte umgesetzt – darunter ein genossenschaftliches Bauvorhaben sowie eines der städtischen Einrichtung Fördern und Wohnen.
In Eimsbüttel und Hamburg-Mitte kommen Projekte der Fördern und Wohnen AöR sowie der Ventana Immobilien GmbH zum Zuge. Im Bezirk Nord ist ein Bauvorhaben der BRAWO RE Development GmbH vorgesehen, während in Harburg gleich zwei Projekte – eines durch die steg GmbH und eines durch die Gerlach Wohnungsbau AG – realisiert werden.
Wohnen in der Schimmelmannstraße: Wandsbek setzt auf innovative Reduktion im „MorellenQuartier“
Ein besonderes Augenmerk gilt dem Projekt „MorellenQuartier“ in der Schimmelmannstraße in Wandsbek. Es wird gemeinsam von LRW Architektur und Otto Wulff Bauunternehmung umgesetzt und bildet ein zentrales Beispiel für die Prinzipien des „Hamburg-Standards“.
Vier weitere Projekte befinden sich derzeit in finaler Planungsphase und sollen zeitnah vorgestellt werden. Auch diese werden nach den Kriterien des „Hamburg-Standards“ bewertet und ergänzen das Portfolio um zusätzliche städtebauliche Kontexte. Sie sollen zeitnah veröffentlicht werden und das Spektrum der Modellvorhaben erweitern.
Für günstigeren Wohnungsbau in der Hansestadt: „Hamburg-Standard“ als Reaktion auf steigende Baukosten
Die „Initiative kostenreduziertes Bauen“ wurde durch die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen ins Leben gerufen. Über 200 Fachleute aus öffentlicher und privater Hand arbeiteten daran, Lösungsansätze für günstigeren Wohnungsbau zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind im „Hamburg-Standard“ zusammengefasst und bilden die Grundlage für alle ausgewählten Pilotprojekte.
Durch die praktische Umsetzung in den Bezirken sollen diese Standards nun erprobt, bewertet und weiterentwickelt werden. Ziel bleibt es, nachhaltige und bezahlbare Wohnlösungen für Hamburgs Zukunft zu schaffen.
Quellen: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg, LRW Architektur, HANSA Baugenossenschaft, Initiative kostenreduziertes Bauen
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