Im Industriepark Höchst steht Frankfurt vor einer der größten Pharma-Investitionen der vergangenen Jahre. Sanofi will dort seine Insulinproduktion grundlegend erneuern. Eine Entscheidung aus Brüssel hat nun eine zentrale Hürde beseitigt.

Eine automatisierte Abfüllanlage befüllt kleine Glasbehälter in der Produktion von Sanofi in Frankfurt-Höchst.

Automatisierte Abfüllung in der pharmazeutischen Produktion von Sanofi. Der Konzern will mit seinem neuen Insulinwerk in Frankfurt-Höchst die Produktion am traditionsreichen Standort modernisieren. / © Foto: Sanofi

© Titelbild: Sanofi

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Seit mehr als 100 Jahren wird in Frankfurt Insulin hergestellt. Nun soll diese Geschichte mit einer neuen Hightech-Fabrik fortgesetzt werden. Nach einer langen Prüfung hat die EU-Kommission staatliche Hilfen für das Milliardenprojekt genehmigt. Damit erhält Sanofi Planungssicherheit für eine Anlage, die weit über Frankfurt hinaus Bedeutung hat.

  • Stadtteil: Frankfurt-Höchst
  • Standort: Industriepark Höchst, Sanofi BioCampus
  • Projektstatus: EU-Förderung genehmigt
  • Investition: rund 1,3 Milliarden Euro bis 2029
  • Öffentliche Unterstützung: bis zu 400 Millionen Euro
  • Geplante Inbetriebnahme: 2029

Sanofi hatte das Projekt bereits im August 2024 angekündigt. Doch die Finanzierung hing von der Zustimmung der EU-Kommission zu den staatlichen Hilfen ab. Am 8. September 2026 kam die Entscheidung: Deutschland darf Sanofi mit 400 Millionen Euro unterstützen. Damit ist eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung des Projekts erfüllt. Die Beihilfe soll nicht pauschal Baukosten übernehmen. Sie gleicht laut EU die Nettokosten aus, die Sanofi durch konkrete Verpflichtungen zur Versorgung mit Insulin entstehen.

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Der Neubau entsteht auf dem BioCampus von Sanofi im Industriepark Höchst. Das Werk soll rund 36.000 Quadratmeter umfassen und bestehende Anlagen für die Insulinproduktion ersetzen. Sanofi kündigte für den Neubau hohe Standards bei Automatisierung, Qualität und Umweltschutz an. Digitale und vernetzte Systeme sollen wesentliche Teile der Produktion steuern. Zudem plant das Unternehmen den Einsatz erneuerbarer Energien und Maßnahmen zur Abfallvermeidung.

Sanofi in Frankfurt: Insulinproduktion vom Wirkstoff zum fertigen Produkt

Frankfurt-Höchst ist für Sanofi weit mehr als ein einzelner Produktionsstandort. Auf dem BioCampus befindet sich eine komplette Wertschöpfungskette für Insulin. Sie reicht von der Herstellung des Wirkstoffs über Kartuschen und Ampullen bis zur Montage von Pens und Autoinjektoren. Bereits bei der Ankündigung des Neubaus 2024 gab Sanofi an, von Frankfurt aus rund 80 Länder mit 20 verschiedenen Insulinprodukten zu beliefern.

Der Standort ist zugleich der größte integrierte Produktions- und Fertigungsstandort von Sanofi weltweit. Aktuell beschäftigt das Unternehmen in Frankfurt nach eigenen Angaben etwa 6.500 Menschen. Forschung, Entwicklung, Produktion, Fertigung und Verwaltung liegen hier eng beieinander. Auch unabhängig vom Insulinwerk investiert Sanofi weiter in den BioCampus. Im Süden des Industrieparks entsteht beispielsweise ein neues Bürogebäude für bis zu 1.000 Beschäftigte, das Ende 2027 fertig werden soll.

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Ein Mitarbeiter von Sanofi prüft eine Insulin-Kartusche am BioCampus im Industriepark Höchst in Frankfurt.

Ein Mitarbeiter kontrolliert eine Kartusche während der Insulinproduktion von Sanofi in Frankfurt-Höchst. Der Pharmakonzern plant am BioCampus im Industriepark Höchst eine neue Insulinproduktionsanlage. / © Foto: Sanofi

Neues Insulinwerk in Höchst bekommt strategische Aufgabe für Europa

Mit der EU-Entscheidung sind konkrete Pflichten verbunden. Sanofi muss die neue Fabrik spätestens bis zum 31. Dezember 2032 fertig haben. Bis Ende 2042 muss das Unternehmen in Frankfurt jährlich mindestens 1,1 Tonnen Insulin produzieren. Zusätzlich soll Sanofi bis dahin eine Reserve von einer Tonne Insulinwirkstoff bereithalten. Kommt es zu einer Knappheit, muss das Unternehmen die Märkte des Europäischen Wirtschaftsraums bevorzugt beliefern.

Damit geht es bei dem Projekt nicht nur um ein neues Industriegebäude. Die EU begründet die Förderung ausdrücklich mit der Versorgungssicherheit. Nach Angaben der Kommission hätte Sanofi ohne die Unterstützung seinen deutschen Produktionsstandort für diese Insuline geschlossen. Menschliches Insulin würde dann nicht mehr innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums produziert. Europa wäre bei diesen Produkten stärker von Importen aus Drittstaaten abhängig.

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Sanofi: Neues Insulinwerk im Industriepark Höchst
Sanofi plant im Industriepark Höchst eine neue hochautomatisierte Insulinproduktionsanlage mit rund 36.000 Quadratmetern Fläche.

 

Quellen: Europäische Kommission, Sanofi Deutschland, Stadt Frankfurt am Main, Hessische Staatskanzlei, Hessisches Wirtschaftsministerium, Industriepark Höchst

 

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