Am Hamburger Dulsberg soll ein neuer Sportcampus entstehen, der den Olympiastützpunkt grundlegend erneuert. Mit Bundesmitteln in zweistelliger Millionenhöhe wird der Standort für den Spitzen- und Nachwuchsleistungssport strategisch ausgebaut und zugleich in Hamburgs Olympiapläne eingeordnet.

Am Olympiastützpunkt am Dulsberg trainieren derzeit rund 200 Athletinnen und Athleten, vor allem in den Schwerpunktsportarten Beachvolleyball, Hockey, Schwimmen, Badminton und Rudern. Perspektivisch sollen weitere Bundesstützpunkte nach Hamburg kommen. / © Foto: depositphotos.com
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Am Dulsberg steht dem Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein ein tiefgreifender Wandel bevor. Der bestehende Standort soll abgerissen und durch einen modernen, barrierefreien Neubau ersetzt werden. Ergänzt wird das Vorhaben durch ein neues Haus für Athletinnen und Athleten, das zusätzliche Wohn- und Übernachtungsmöglichkeiten schafft. Insgesamt trainieren am Standort rund 200 Sportlerinnen und Sportler, die künftig unter zeitgemäßen Bedingungen betreut werden sollen.
Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit insgesamt 11,3 Millionen Euro. Davon entfallen 9,64 Millionen Euro auf die Baukosten und weitere 1,68 Millionen Euro auf die Ausstattung. Der entsprechende Förderbescheid ist inzwischen in Hamburg eingegangen. Der Baubeginn wird derzeit für das zweite Halbjahr 2027 erwartet. Als Realisierungsträger fungiert die GMH | Gebäudemanagement Hamburg GmbH.
Olympiastützpunkt am Dulsberg: Zentrale Rolle im deutschen Spitzensportsystem
Der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein gehört zu den 13 Olympiastützpunkten in Deutschland. Seit seiner Gründung im Jahr 1988 ist er eine sportartübergreifende Serviceeinrichtung für Bundeskaderathletinnen und Bundeskaderathleten sowie deren Trainerinnen und Trainer. Neben dem Standort am Dulsberg bestehen weitere Trainingszentren in Kiel-Schilksee und in Ratzeburg an der Ruderakademie.
Der Schwerpunkt liegt derzeit auf Sportarten wie Beachvolleyball, Hockey, Schwimmen, Badminton und Rudern. Perspektivisch sollen weitere Bundesstützpunkte nach Hamburg geholt werden. Der Olympiastützpunkt bietet ein umfassendes Betreuungsangebot, das sportmedizinische, trainingswissenschaftliche, physiotherapeutische, sportpsychologische und soziale Aspekte umfasst.
Erneuerung des Stützpunkts ist Teil der „Active City Strategie“
Die Erneuerung des Standorts ist in der „Active City Strategie“ des Hamburger Senats verankert. Ziel ist es, die Bedingungen für den Leistungssport kontinuierlich zu verbessern und international konkurrenzfähig zu bleiben. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen langfristigen Ansatz zur Förderung von Sport und Bewegung in der gesamten Bevölkerung sowie zur gezielten Unterstützung des Nachwuchses.
Sportsenator Andy Grote machte deutlich, dass der neue Olympiastützpunkt vielen Hamburger Athletinnen und Athleten den Weg zu Spitzenleistungen ebnen solle. Die deutliche Beteiligung des Bundes wertete er als klares Signal für die Bedeutung Hamburgs im nationalen Spitzensport.
Olympiapläne: Hamburg will Leistungssport langfristig und strukturell stärken
Der Ausbau des Olympiastützpunkts fügt sich in einen größeren sportpolitischen Kontext ein. Hamburg bewirbt sich um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Der Deutsche Olympische Sportbund hat der Stadt bereits bestätigt, dass alle formalen Voraussetzungen erfüllt sind. Das Konzept wird nun weiter ausgearbeitet und öffentlich diskutiert.
Kern des Ansatzes ist das Leitbild „HAMBURG+“, das auf Nachhaltigkeit, kurze Wege und die Nutzung bestehender Infrastruktur setzt. Begleitet wird der Prozess durch umfangreiche Beteiligungsformate in allen Bezirken sowie digitale Angebote. Am 31. Mai 2026 soll die Hamburger Bevölkerung in einem Referendum darüber entscheiden, ob die Stadt offiziell ins internationale Bewerbungsverfahren eintritt. Der geplante Sportcampus am Dulsberg kann dabei als frühes Signal verstanden werden, dass Hamburg den Leistungssport langfristig und strukturell stärken will.
Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein
Quellen: Behörde für Inneres und Sport Hamburg, Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein, Wikipedia, Bundesministerium des Inneren, Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg
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