Drei Wochen vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus lädt die Initiative 100% Tempelhofer Feld zu einem Festival an der Alten Feuerwache ein. Mit Musik, Lesungen und Gesprächen will sie an den Volksentscheid von 2014 erinnern, der eine Bebauung des Areals bislang verhindert.

Eine Visualisierung des Konzepts der Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ zeigt die geplante Randbebauung mit 21.400 Wohnungen und den Erhalt der inneren Freifläche des Tempelhofer Feldes. / © Visualisierung: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic
© Titelbild: Wikimedia Commons, GFreihalter, CC BY-SA 4.0
Um die Zukunft des Tempelhofer Feldes wird seit Jahren gestritten. Im Zentrum steht dabei eine zentrale Frage: Darf am Rand der ehemaligen Flugfläche neuer Wohnraum entstehen, oder soll die gesamte Fläche als Freiraum erhalten bleiben?
Ein Konzept der Architekten Hans Kollhoff und Tobias Nöfer sieht 21.400 Wohnungen für rund 50.000 Menschen am Rand des Areals vor. Die innere Freifläche soll dabei geschützt bleiben. Während Befürworter auf die hohe Wohnungsnot in Berlin verweisen, betonen Kritiker die Bedeutung der Fläche für Stadtklima, Artenvielfalt und Erholung. Rechtlich bleibt eine Bebauung bislang ausgeschlossen, denn seit dem Volksentscheid von 2014 schützt das Tempelhofer Feld Gesetz die Fläche vor baulichen Eingriffen.
„Festival für das Tempelhofer Feld“ in der Alten Feuerwache THF: Musik und Lesungen
Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Initiative „100% Tempelhofer Feld“ heute ein Festival an der Alten Feuerwache. Ab 16 Uhr sind Musik, Lesungen und Gespräche geplant, der Eintritt ist frei.
Die Initiative setzt sich für den Erhalt des Tempelhofer Feldes in seiner jetzigen Form ein. Mit dem Festival will sie an den Volksentscheid von 2014 erinnern, denn die Wahl zum Abgeordnetenhaus findet bereits in drei Wochen, am 20. September, statt. Außerdem gibt es für Kinder Stelzentheater, Clownerie und Trommeln, für Erwachsene zudem einen Siebdruck-Workshop.

Die Alte Feuerwache in Berlin, an der heute das Festival der Initiative 100% Tempelhofer Feld stattfindet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Programm der Veranstaltungen: Musik, Lesungen und Gespräche
Beim Festival treten mehrere prominente Gäste auf. Angekündigt sind Lesungen von Albrecht Schuch, Arne Semsrott, Max Czollek und Volker Kutscher. Zudem gibt es ein Gespräch mit Luisa Neubauer sowie Musik von Ton Steine Scherben und Josi Miller. Auch andere prominente Gäste, wie etwa Schauspielerin Jella Haase, nehmen teil. Sie gehöre zu den Unterstützern der Initiative und ihres Anliegens, die Fläche in der jetzigen Form zu erhalten.
Wie es mit dem Tempelhofer Feld langfristig weitergeht, ist weiterhin offen. Die Zukunft der umstrittenen Fläche ist dabei längst auch zu einem Thema des Berliner Wahlkampfs geworden. Die Wahl am 20. September wird zeigen, welche politischen Mehrheiten sich in Berlin ergeben – und damit auch, welche Perspektiven für die Zukunft des Tempelhofer Feldes anschließend an Gewicht gewinnen.
Alte Feuerwache THF
Quellen: Berliner Morgenpost, Berlin.de, Rausgegangen Berlin
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5 Kommentare
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Da feiern Leute, die schon eine Wohnung haben, dass keine (oder zumindest viel weniger) neue Wohnungen gebaut werden. Ein echtes Fest des Egoismus.
Dies sehe ich anders. Das Feld ist für viele Menschen in Neukölln, die oft in sehr beengten Wohnverhältnissen leben,eine Möglichkeit , draußen zu sein, zu spielen und sich zu bewegen.
Neukölln und Kreuzberg benötigen dringend diese Freiräume.
Freiflächen für Bebauung gibt es noch viele in Berlin und es bleibt zu bezweifeln, das die Investoren für dort gebaute Wohnungen auch für genau die Menschen bauen, die sie am meisten benötigen und keine horrenden Mieten zahlen können. Dazu ist die Lage viel zu attraktiv.
Auch bei einer Randbebauung würden unglaublich große 200 Hektar Fläche erhaltne bleiben – Freiräume und Platz zum Bewegen noch und nöcher. Und die Hasenheide ist ja zusätzlich noch daneben.
Und die Fläche befindet sich im Besitz des Landes Berlin – wenn wir das wollen, dann können da größtenteils oder ausschließlich die landeseigenen Gesellschaften bauen. Da kann von horrenden Mieten keine Rede sein.
Das sind einfach keine überzeugenden Argumente.
Ich finde die Argumente hinsichtlich des Klimas, der Erwärmung unserer Stadt und der Erhaltung der buchstäblich einzigartigen Natur auf dem Feld viel wichtiger! Das Tempelhofer Feld und seine derzeit vorhandene Landschaft würde durch eine Randbebauung nicht mehr existieren. Auch nicht auf 200ha. Die Wiesen und in ihnen lebenden Tiere benötigen die Luftzirkulation. Mit einer Bebauung würden weder Tempelhof noch Neukölln von einer Abkühlung profitieren sondern noch wärmer werden als dieses Jahr! Die Stadt braucht diese Fläche dringend!!!
Salamitaktik. Hat sich schon sehr oft in vielen Großprojekten gezeigt. Erst heißt es Randbebauung, dann weitere Ränder und weitere Ränder bis alles zugebaut ist. Das Feld muss komplett offen bleiben! Die Argumente liegen alle auf dem Tisch