Frankfurt investiert weiter in die Infrastruktur von U-Bahn und Straßenbahn. Dabei geht es nicht um ein einzelnes Großprojekt, sondern um zahlreiche Eingriffe im bestehenden Netz. Die neue Förderung zeigt, welche Summen inzwischen in dessen Erneuerung fließen.

Eine türkisfarbene Straßenbahn der VGF fährt auf den Gleisen vor dem Südbahnhof in Frankfurt am Main.

Straßenbahnen gehören zum Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in Frankfurt am Main. Bund und Land fördern die weitere Grunderneuerung der Frankfurter Schieneninfrastruktur mit 20,55 Millionen Euro. / © Foto: Wikimedia Commons, Philipp Gross, CC BY-SA 3.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Philipp Gross, CC BY-SA 3.0

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Frankfurt baut sein Schienennetz an mehreren Stellen aus. Gleichzeitig läuft im Hintergrund ein weniger sichtbares, für den täglichen Betrieb aber ebenso relevantes Programm: Bestehende Anlagen werden grundlegend erneuert. Dafür haben Bund und Land nun weitere Fördermittel bewilligt.

  • Stadt: Frankfurt
  • Betreiber: Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF)
  • Projekt: Grunderneuerung des Stadtbahn- und Straßenbahnnetzes
  • Beginn des Programms: 2020
  • Aktuelle Förderung: 20,55 Millionen Euro
  • Fertigstellung der aktuell geförderten Maßnahmen: bis Ende 2029

Bund und Land stellen der VGF weitere 20,55 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 13 Millionen Euro kommen vom Bund, rund sieben Millionen Euro vom Land Hessen. Die Gesamtausgaben für das damit geförderte Maßnahmenpaket liegen bei etwa 35 Millionen Euro. Den Förderbescheid übergab Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori am 11. September 2026.

Anders als bei der derzeit laufenden Verlängerung der U5 ins Europaviertel entsteht mit dem Geld keine neue Strecke. Die Mittel fließen in die vorhandene Infrastruktur. Die VGF erneuert dabei Anlagen so umfassend, dass das Land ausdrücklich von einer „grundhaften Erneuerung“ und nicht von gewöhnlicher Instandhaltung spricht.

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Frankfurter Stadtbahn: Rund 100 Netzpunkte sollen bis 2029 erneuert werden

Das Programm betrifft ein rund 67 Kilometer langes Stadtbahnnetz. Bis 2029 sollen insgesamt etwa 100 Netzpunkte erneuert werden. Dazu gehören Gleise und Weichen ebenso wie Speisepunkte und Gleichrichterwerke für die Stromversorgung. Auch Brandmeldeanlagen zählen zum Programm. Die Arbeiten betreffen damit zahlreiche technische Systeme, die Fahrgäste im Alltag kaum wahrnehmen, von denen der Betrieb der U- und Straßenbahnen jedoch unmittelbar abhängt.

Die aktuelle Bewilligung setzt ein Programm fort, das bereits 2020 begann. Damals unterstützten Bund und Land erstmals Grunderneuerungen in Hessen auf Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes mit insgesamt 26 Millionen Euro. 2023 folgte für Frankfurt ein weiteres großes Paket: Allein für die Grunderneuerung des Stadtbahnnetzes stellte der Bund rund 30 Millionen Euro bereit, das Land ergänzte gut 15 Millionen Euro. Vorgesehen waren damals 82 Einzelmaßnahmen an Gleisen, Weichen, Kreuzungen und Anlagen zur Stromversorgung.

Seit 2020 flossen rund 91 Millionen Euro Fördermittel nach Frankfurt

Mit der jüngsten Bewilligung summieren sich die Fördermittel für die Grunderneuerung des Frankfurter Netzes seit 2020 nach Angaben des Landes auf rund 91 Millionen Euro. Rechtlich möglich wurde diese Förderung durch eine Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes.

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Seit 2019 können Bundesmittel auch für die grundlegende Erneuerung kommunaler Schieneninfrastruktur eingesetzt werden. Diese Regelung ist derzeit bis 2030 befristet. Voraussetzung für die Bundesmittel ist eine anteilige Finanzierung durch das jeweilige Land. In Hessen kommen dafür zusätzlich das Mobilitätsfördergesetz und Mittel aus dem Finanzausgleich zum Einsatz.

Frankfurt erneuert Bestand und baut gleichzeitig sein Stadtbahnnetz aus

Die Arbeiten an der bestehenden Infrastruktur laufen parallel zu mehreren Ausbauprojekten. Besonders sichtbar ist derzeit die U5-Verlängerung ins Europaviertel. Am Güterplatz ist inzwischen die Stationsdecke fertiggestellt. Auch nach Norden soll die U5 perspektivisch wachsen: Für die Verlängerung von Preungesheim zum Frankfurter Berg haben die Stadtverordneten bereits die Vorentwurfsplanung gebilligt.

Hinzu kommt die Modernisierung des Fahrzeugparks. Nach technischen Problemen hat die VGF im Sommer 2026 den Fahrgastbetrieb mit dem überarbeiteten T-Wagen wieder aufgenommen. Damit laufen in Frankfurt derzeit drei Entwicklungen parallel: neue Strecken entstehen, neue Fahrzeuge kommen in den Betrieb und die bestehende Infrastruktur wird erneuert.

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Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF)

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