Ein 100 Meter langes Schwimmbecken, neue Sportflächen und deutlich mehr Aufenthaltsqualität: Das Berliner Büro Kinzo präsentiert eine visionäre Idee für den Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz. Der Entwurf zeigt, wie aus einer bislang unterschätzten Grünanlage ein neuer Anziehungspunkt im Herzen Berlins werden könnte.

Vogelperspektive des verschneiten Tilla-Durieux-Parks mit transparenter Überdachung über dem Schwimmbecken und winterlicher Stadtkulisse.

Vorschlag für den Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz: Im Winter soll eine transparente Überdachung das Schwimmbecken schützen und den Park ganzjährig als Freizeit- und Begegnungsort nutzbar machen. / © Visualisierung: Kinzo Architekten

© Visualisierungen: Kinzo Architekten

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Mitten im Herzen Berlins liegt eine der ungewöhnlichsten Grünanlagen der Stadt; und zugleich eine ihrer am wenigsten genutzten. Der Tilla-Durieux-Park zieht sich als schmale, fast 500 Meter lange Landschaft zwischen den Hochhäusern am Potsdamer Platz bis zum Park am Gleisdreieck. Obwohl er architektonisch seit seiner Entstehung als außergewöhnliches Landschaftsbauwerk gilt, blieb der Park im Alltag vieler Berlinerinnen und Berliner bislang weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Nun sorgt ein neuer, eigeninitiierter Entwurf des Berliner Büros Kinzo für Aufmerksamkeit. Das Konzept schlägt nicht weniger vor als eine grundlegende Neubelebung des Parks, mit einem 100 Meter langen Außenbecken, neuen Sport- und Freizeitflächen sowie einer deutlich stärkeren Einbindung in das öffentliche Leben rund um den Potsdamer Platz.

Tilla-Durieux-Park: Ein Landschaftsbauwerk der Berliner Nachwendejahre

Der Tilla-Durieux-Park entstand Ende der 1990er-Jahre im Zuge der Neubebauung des Potsdamer Platzes auf einem ehemaligen Bahngelände. Der von dem niederländischen Büro DS Landschapsarchitecten entworfene Park folgt einem ungewöhnlichen Konzept: Zwei langgezogene, gegeneinander verdrehte Rasenflächen formen eine skulpturale Landschaft, deren leichte Verdrehung symbolisch auf die deutsche Wiedervereinigung Bezug nehmen soll.

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Aus der Vogelperspektive wirkt der Park wie eine große landschaftliche Installation, am Boden dagegen dominiert eine offene, weitgehend unmöblierte Grünfläche.

Der Park am Potsdamer Platz bietet große Freiflächen, aber wenige Aufenthaltsangebote

Gerade diese gestalterische Zurückhaltung wurde jedoch immer wieder kritisch diskutiert. Zwar bietet der Park großzügige Freiflächen, doch fehlen vielerorts Aufenthaltsangebote, Schatten, Spiel- oder Sportmöglichkeiten. In den vergangenen Jahren wurde deshalb mehrfach über eine Weiterentwicklung der Anlage diskutiert.

Auch ENTWICKLUNGSSTADT berichtete bereits über den vom Land Berlin ausgeschriebenen Wettbewerb zur klimaresilienten Weiterentwicklung des Parks sowie über drei Entwürfe, die sich mit mehr Begrünung, besserer Aufenthaltsqualität und einer stärkeren Anpassung an den Klimawandel beschäftigten.

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Visualisierung eines begrünten Aufenthaltsbereichs im Tilla-Durieux-Park mit langen Holztischen, Bäumen und Menschen im öffentlichen Raum.

Lange Gemeinschaftstische, neue Baumgruppen und zusätzliche Pflanzungen sollen den Park stärker gliedern und zu einem attraktiven Aufenthaltsort mitten in der Berliner Innenstadt machen. / © Visualisierung: Kinzo Architekten

Urbaner Freiraum in Berlins Mitte: Kinzo denkt den Park als urbanes Wohnzimmer

Mit seinem aktuellen Vorschlag geht Kinzo nun deutlich weiter. Dabei handelt es sich um eine freie Initiative des Berliner Architekturbüros, das bereits an der Weiterentwicklung des ehemaligen Sony Centers – heute Center am Potsdamer Platz – beteiligt ist.

Im Mittelpunkt des Entwurfs steht ein 15 Meter breites und 100 Meter langes Freibad, das sich wie ein Kanal durch den zentralen Bereich des Parks zieht. Die außergewöhnliche Länge greift bewusst die Geometrie der langgestreckten Grünanlage auf und macht sie zum prägenden Element des gesamten Parks.

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Tilla-Durieux-Park: Holzdecks, Liegeflächen, Sitzstufen und ein 100-Meter-Schwimmbecken

Holzdecks, Liegeflächen und Sitzstufen begleiten das Becken und schaffen neue Aufenthaltsorte mitten im Zentrum Berlins. Dabei versteht Kinzo das Schwimmbecken nicht nur als Freizeitangebot, sondern als identitätsstiftendes Element für einen Ort, der bislang vor allem als Durchgangsraum wahrgenommen wird.

Das Konzept endet jedoch nicht am Wasser. Ergänzend sieht Kinzo Basketball- und Padelplätze, Beachvolleyballfelder, Calisthenics-Anlagen sowie Wasserspielflächen für Kinder vor.

Visualisierung eines überdachten 100 Meter langen Schwimmbeckens im Tilla-Durieux-Park während des Winters mit transparenter Dachkonstruktion und Badegästen.

Der Entwurf von Kinzo sieht vor, das 100 Meter lange Schwimmbecken in den Wintermonaten mit einer transparenten Membrankonstruktion zu überdachen und damit ganzjährig nutzbar zu machen. © Visualisierung: Kinzo Architekten

Sportplätze und Bäume: Mehr Sport, mehr Schatten und ganzjährige Nutzung

Baumgruppen mit langen Gemeinschaftstischen sollen zusätzliche Treffpunkte schaffen und den bislang eher offenen Park stärker gliedern. Besonders ungewöhnlich ist die Idee einer transparenten Membrankonstruktion über dem Schwimmbecken. Eine ganz ähnliche Idee hatte Architekt Mario Lindner bereits für das Schwimmbad am Berliner Olympiastadion entworfen.

Während der kalten Jahreszeit könnte das Freibad dadurch weiterhin genutzt werden und würde auch im Winter als markantes, leuchtendes Element den Park prägen. Nach Vorstellung der Planer ließe sich der Außenraum saisonal unterschiedlich bespielen; etwa mit Weihnachtsmärkten oder weiteren öffentlichen Veranstaltungen.

Grünzug am Potsdamer Platz: Verbindung zum Gleisdreieck als langfristige Vision

Über die eigentliche Umgestaltung hinaus denkt Kinzo den Park als Teil eines größeren Freiraumnetzes. Langfristig schlagen die Architekten eine zusätzliche Fuß- und Radwegverbindung über den Landwehrkanal vor, um den Tilla-Durieux-Park direkt mit dem Park am Gleisdreieck zu verknüpfen.

Dadurch könnte eine nahezu durchgehende Nord-Süd-Grünachse entstehen, die den Potsdamer Platz stärker mit den umliegenden Freiräumen verbindet. Heute ist die Verbindung zwischen Gleisdreieckpark und Potsdamer Platz vor allem für Radfahrende ein zeitraubendes Unterfangen mit umständlicher Wegeführung.

Visualisierung des Tilla-Durieux-Parks im Winter mit Weihnachtsmarkt, Feuerstellen, verschneiten Bäumen und Besucherinnen und Besuchern.

Auch in der kalten Jahreszeit soll der Park belebt bleiben: Der Entwurf sieht saisonale Nutzungen wie Weihnachtsmärkte und öffentliche Aufenthaltsbereiche vor. / © Visualisierung: Kinzo Architekten

Kinzos Initiative und das große Potenzial des Tilla-Durieux-Parks

Ob die Ideen tatsächlich umgesetzt werden, ist derzeit offen. Der Entwurf besitzt keinen offiziellen Planungsauftrag und versteht sich ausdrücklich als Diskussionsbeitrag. Dennoch zeigt die Initiative, welches Potenzial in einer der markantesten, aber bislang unterschätzten Grünanlagen der Berliner Innenstadt steckt.

Während das Land Berlin bereits an einer klimaresilienten Weiterentwicklung des Parks arbeitet, liefert Kinzo nun einen bewusst mutigen Impuls und eröffnet damit eine neue Debatte darüber, wie öffentliche Räume in der dicht bebauten Innenstadt künftig genutzt werden könnten.

Vogelperspektive auf den Tilla-Durieux-Park mit langem Schwimmbecken, Grünflächen, Sportbereichen und umgebender Bebauung am Potsdamer Platz.

Aus der Vogelperspektive wird deutlich, wie sich das 100 Meter lange Schwimmbecken in die bestehende Geometrie des Tilla-Durieux-Parks einfügen und den Freiraum neu strukturieren könnte. / © Visualisierung: Kinzo Architekten

Quellen: Kinzo Architekten, urdesign, Freeyork, DS Landschapsarchitecten, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Grün Berlin, competitionline Verlag, visitBerlin

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10 Kommentare

  1. M.Hillen 28. Juli 2026 at 16:15 - Reply

    Den TillaDurieuxPark als Fortführung des GleisdreieckParks (West) zu denken ist absolut naheliegend und sollte durch eine neu zu bauende Brücke über den Landwehrkanal für Fußgänger und Radfahrer endlich auch erlebbar werden.
    Alles andere lass ich als Diskussionsbeitrag gelten, fällt aber meiner persönlichen Ansicht nach unter Quatsch und Unsinn. Macht einen schönen Park daraus, mit vielen Bäumen, Rasenflächen, Wildwiesen, einfachen Brunnenanlagen, vielen Sitzbänken und sinnvollen Wegeverbindungen (um den bisherigen, trennenden Riegelcharakter der Anlage aufzulösen) – ohne das Rad neu erfinden zu wollen. Einfach mal auf dem Teppich bleiben, auf berlintypische Traumtänzerei verzichten, und ein ansprechendes und erfreuliches Parkerlebnis bei der Umsetzung der Neugestaltung im Auge behalten…Wäre schön und würde mir persönlich vollkommen ausreichen.
    Das Schwimmbecken ist aus Kostengründen unrealistisch, die übrigen Sportanlagen gibt es zum Teil schon im GleisdreieckPark, der vom Potsdamer Platz aus auch schnell und bequem erreichbar wäre, wenn denn endlich mal obige Brücke gebaut würde.

    • Ludwig 11. August 2026 at 17:28 - Reply

      Also die Sitzbank mit Bäumen sind aus meiner Sicht realistisch und würden den Park aufwerten. Warum das Quatsch und Unsinn sein soll, erschließt sich mir nicht. Aber leider wird heutzutage nicht mehr differenziert, sondern abgestraft undabgelehnt.

  2. Werner 28. Juli 2026 at 22:04 - Reply

    Na, ich will mir den Zustand des Schwimmbeckens lieber gar nicht erst vorstellen, wenn ich an andere Dreckecken in Berlin denke. Man kann es natürlich, wer macht es, bezahlt es ? rund um die Uhr bewachen 😂 Träumt weiter ihr „Spezialisten“

  3. Schwindi 28. Juli 2026 at 22:33 - Reply

    Die Bahn wird sich freuen, ein schweres Wassertank über Ihren Tunnel zu bekommen :)
    Grundsätzlich müssten zuerst die Anforderungen des Tragwerks sowie der Bahnsicherheit erkannt werden, bevor schöne unrealistische Bilder zu produzieren…

  4. Böhme 29. Juli 2026 at 01:12 - Reply

    Geradezu grotesk der Vorschlag! Von Kenzo gibt es ja durchaus passable Entwürfe! Aber ein Schwimmbecken im bisherig elendigen Tilla-Durieux-Park ist völlig absurd! Wer soll da schwimmen? Und wer soll das bezahlen. Der Bau teuer, die Unterhaltung teuer, irgendwann eine teure Sanierung. Macht aus dem „Park“ einen klassischen Park vor allem mit Hochbeeten und klassischem Baumbestand (Klima!!!). Verbindet das Ganze mit „Schwammstadt“ und verbindet den Park mit einer breiten Brücke zum Gleisdreieckpark! Alles andere ist Nonsense!

  5. Sandra Leonie Ritter 29. Juli 2026 at 09:12 - Reply

    Finde ich eine tolle Idee und ich freue mich schon darauf, dort nach Fertigstellung schwimmen zu gehen und Sport zu treiben.
    Ich hoffe, dass dieses visionäre Projekt zügig umgesetzt werden kann und drücke die Daumen, dass es von den Verantwortlichen und Berliner Bürgern als Beitrag zur urbanen Hitze-Resilienz gesehen und angenommen wird.

  6. Philipp 29. Juli 2026 at 10:59 - Reply

    Ich finde das eine klasse Idee. Für direkte Anwohner mag das dann aber im Sommer einen kontinuierlichen Lärmpegel bedeuten. Generell gilt: Berlin braucht dringend mehr Platz für Abkühlung und zum schwimmen. Sämtliche Schwimmbäder sind überfüllt.

  7. Dr. Heide Ellerbrock 29. Juli 2026 at 12:59 - Reply

    und wer kümmert sich um die Wasserqualität? Siehe mein Kommentar hier unter „Volksbad an der Volksbühne“. Genauso ein Unsinn am Potsdamer Platz ein Schwimmbad errichten zu wollen bei dem Wassermangel, der uns alle betrifft. Was sagt der Senator für Gesundheit, das Lageso, dazu? Ein Park wäre sicherlich angemessen.

  8. Tobias 30. Juli 2026 at 01:24 - Reply

    Berlin schafft es nicht nicht mal, sein Straßengrün, Baumscheiben oder Mittelpromenaden halbwegs in Ordnung zu halten, geschweige denn seine Brunnen zu betreiben. Überall sieht es aus wie aufgegeben. Und dann kommen solche Vorschläge. Vielleicht versucht man ersteinmal die Priorisierung und Umsetzung des Naheliegenden, bevor man sich solchen Luftschlössern hingibt.

    • Böhme 31. Juli 2026 at 05:37 - Reply

      Danke, so ist es! Der Vorschlag eines Schwimmbassins ist genauso grotesk wie die derzeitige so genannte „Parkgestaltung“, die ja das Produkt niederländischer angeblicher Landschaftsplaner, die für diesen Grauen von Entwurf Millionen kassiert haben, ist. Die Kernfrage ist, wer im Berliner Beamtenapparat diesen Müll jemals durchgewunken hat!

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