2025 blickt das Frankfurter Waldstadion auf 100 Jahre bewegte Geschichte zurück. Seit der Eröffnung hat sich die Arena im Stadtwald immer wieder gewandelt. Die Entwicklung spiegelt architektonische Trends, sportliche Erfolge und gesellschaftliche Veränderungen gleichermaßen wider.
Auf dem ersten Bild betreten die Fußballmannschaften des deutschen Arbeiter-Turn- und Sportbundes und des finnischen Arbeitersportverbandes vor dem Finale der Arbeiter-Sommerolympiade 1925 in Frankfurt am Main das Spielfeld.

Historische Aufnahme aus den Anfangsjahren des Waldstadions: Die Haupttribüne mit ihrer an ein griechisches Theater erinnernden Fassade war ein architektonisches Highlight der Zeit. / © Foto: Wikimedia Commons, The Sports Museum of Finland., Public domain

© Titelbild: Wikimedia Commons, Jedesto, CC BY-SA 4.0 

 

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Als das Waldstadion am 21. Mai 1925 eröffnet wurde, war es ein bedeutender Meilenstein für den Frankfurter Sport. Die von Stadtbaurat Gustav Schaumann entworfene Haupttribüne war mit weißem Muschelkalk verkleidet. Sie erinnerte mit ihrer zum Spielfeld gerichteten Front an ein antikes griechisches Theater.

Gartenbaudirektor Max Bromme hatte die Gesamtanlage entworfen. Zu ihr gehörten nicht nur der Fußballplatz, sondern auch eine Radrennbahn und ein Schwimmbad. Schon wenige Wochen nach der Einweihung sorgte die Arbeiterolympiade für internationales Aufsehen und füllte die Ränge. Damit war das Stadion von Beginn an mehr als nur ein Ort für Fußballspiele, es wurde auch zu einer Bühne für Kultur und Begegnung.

Politische Nutzung und schwierige Jahre: Das Stadion in der NS-Zeit und nach dem Krieg

In den 1930er Jahren erhielt das Stadion den Namen „Sportfeld „und wurde zu einem Veranstaltungsort für politische Aufmärsche, bei denen teilweise mehr als 150.000 Menschen zusammenkamen. Sportliche Ereignisse traten in den Hintergrund, wenngleich der 400-Meter-Weltrekordlauf von Rudolf Harbig im Jahr 1939 für Aufsehen sorgte.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die US-Besatzungsmacht die Anlage unter dem Namen „Victory Park“. Es fanden nur vereinzelt Sportveranstaltungen statt. Erst 1950 ging das Gelände vollständig zurück an die Stadt Frankfurt, die es dann wieder für den regulären Sportbetrieb öffnete.

Erster Umbau des Waldstadions 1955: Ausbau der Kapazität und neue sportliche Höhepunkte

Ein überfülltes Ligaspiel im Mai 1953 zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern, bei dem mehr als 200 Zuschauer verletzt wurden, machte deutlich, dass das Stadion dringend vergrößert werden musste. Die Stadt plante daraufhin einen umfassenden Umbau, bei dem die Kapazität auf 87.200 Plätze stieg. Davon waren 16.000 Sitzplätze.

Am 14. Mai 1955 wurde die Anlage mit einem Festprogramm wiedereröffnet. In den folgenden Jahren fanden hier Länderspiele, Meisterschaftsendrunden und Leichtathletikwettkämpfe statt. 1960 erhielt das Stadion eine moderne Flutlichtanlage, die den Anforderungen internationaler Wettbewerbe entsprach.

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Zweiter Umbau des Stadions 1974: Integration in einen Sportkomplex und Austragung der Weltmeisterschaft

Mit der Zusage als Austragungsort für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 begann im Jahr 1972 eine erneute Modernisierung. Das Stadion wurde in einen größeren Sportkomplex eingebettet, der auch anderen Sportarten und Veranstaltungen offenstand. Die neue Kapazität lag bei 60.000 Plätzen.

Am 13. Juni 1974 fand hier die Eröffnungsfeier der Weltmeisterschaft statt. Fünf Spiele wurden in Frankfurt ausgetragen. Um den Platz künftig wetterunabhängiger bespielbar zu machen, wurden 1978 eine Rasenheizung und eine Drainage eingebaut.

Neubau des Waldstadions 2005: Entstehung eines reinen Fußballstadions mit moderner Technik

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 begann 2002 der vollständige Umbau zu einer reinen Fußballarena. Die Laufbahn entfiel, sodass die Zuschauer deutlich näher ans Spielfeld rückten. Zusätzlich entstanden 76 Logen, 2.200 Business-Seats und VIP-Bereiche.

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Unter der Arena wurde eine Tiefgarage mit 1.800 Stellplätzen gebaut. Ein technisches Highlight ist das in 20 Minuten schließbare Zeltdach. Die offizielle Eröffnung in neuer Form fand am 15. Juni 2005 mit dem Eröffnungsspiel des Confederations Cup zwischen Deutschland und Australien statt.

Gegenwart seit 2020: Der Deutsche Bank Park als moderne Heimstätte der Eintracht

Am 1. Juli 2020 übernahm Eintracht Frankfurt als Hauptmieter die Spielstätte, die nun den Namen „Deutsche Bank Park“ trägt. Schrittweise wurde die Kapazität auf 58.000 Zuschauer erhöht. Die Nordwestkurve ist heute die zweitgrößte Stehplatztribüne der Bundesliga. Auch optisch wurde die Arena an den Verein angepasst. Bis zu 38.000 Sitzplätze sind in Schwarz gehalten, und eine Tribüne zeigt in weißen Sitzreihen den Schriftzug „Eintracht vom Main“.

Außerdem wird aktuell ein weiterer Bau auf dem Gelände geplant. Ab 2026 soll eine moderne Multifunktionsarena entstehen. Damit ist das Stadion nicht nur eine der modernsten Arenen Deutschlands, sondern weiterhin ein wichtiger Treffpunkt für Sport und Kultur in Frankfurt. Viele Frankfurter fühlen sich eng mit dem Waldstadion verbunden, da es für sie nicht nur ein Ort sportlicher Erlebnisse, sondern auch ein Stück gemeinsamer Stadtidentität ist.

Innenansicht des Deutsche Bank Park

Innenansicht des heutigen „Deutsche Bank Park“: Die moderne Arena fasst 58.000 Zuschauer und ist Heimspielstätte von Eintracht Frankfurt. Das markante Zeltdach kann in nur 20 Minuten geschlossen werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Davicilio20, CC0

Quellen: Deutsche Bank Park, Wikipedia, Sportpark Stadion, Eintracht Frankfurt

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