Lange bevor Wolkenkratzer mit mehr als 250 Metern Höhe das Stadtbild prägten, setzte ein zehnstöckiger Backsteinturm neue Maßstäbe. Der Mousonturm gilt als Frankfurts erstes Hochhaus und erzählt bis heute von Industriegeschichte, Architektur und dem Beginn einer einzigartigen Skyline.

Nahaufnahme der Fassade am Mousonturm in Frankfurt.

Charakteristisch ist bis heute die markante Klinkerfassade, die dem expressionistisch geprägten Bau seine unverwechselbare Erscheinung verleiht. / © Foto: Wikimedia Commons, Ostendfaxpost, CC0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Warburg, CC BY-SA 3.0

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Wer an Frankfurt denkt, hat meist die Skyline der Bankenmetropole vor Augen. Mit Hochhäusern von mehr als 250 Metern Höhe verfügt die Mainstadt über die einzige Skyline Deutschlands, die auch international als solche wahrgenommen wird. Der Ursprung dieser Entwicklung liegt jedoch nicht im Bankenviertel, sondern im Frankfurter Ostend. Dort entstand vor 100 Jahren mit dem Mousonturm das erste Hochhaus der Stadt.

Der 33 Meter hohe Turm wurde zwischen 1924 und 1926 als Teil der Seifen- und Parfümfabrik J. G. Mouson errichtet. Entworfen wurde das zehnstöckige Gebäude im expressionistischen Stil mit seiner markanten Klinkerfassade. Für die damalige Zeit galt der Bau als außergewöhnlich und setzte architektonisch wie städtebaulich neue Akzente.

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Frankfurt-Ostend: Industriegeschichte und Kultur unter einem Dach

Die Geschichte des Turms ist eng mit der Entwicklung des traditionsreichen Frankfurter Unternehmens J. G. Mouson verbunden. Die 1798 gegründete Seifen- und Parfümfabrik verlegte ihren Standort Ende des 19. Jahrhunderts in das Ostend und baute das Werksgelände in den 1920er Jahren umfassend aus. Der neue Turm bildete den weithin sichtbaren Mittelpunkt des Fabrikareals.

Nach der Aufgabe des Produktionsstandorts in den 1970er Jahren wurden die meisten Fabrikgebäude abgerissen. Der denkmalgeschützte Turm blieb jedoch erhalten und wurde Ende der 1980er Jahre zum „Künstler*innenhaus Mousonturm“ umgebaut. Seither hat sich das Gebäude als Spielstätte für Theater, Tanz, Performance und Musik weit über Frankfurt hinaus etabliert und zählt zu den wichtigsten Produktionshäusern für zeitgenössische darstellende Kunst in Deutschland.

Brassband "Moop Mama" im Mousonturm in Frankfurt.

Seit der Umnutzung zum „Künstler*innenhaus Mousonturm“ finden in dem Gebäude Konzerte, Theateraufführungen, Tanzproduktionen und zahlreiche weitere Veranstaltungen statt. / © Foto: Benjamin Uhle – Karlssons Photobox

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Mousonturm: Der erste Schritt zur heutigen Skyline

Aus heutiger Sicht wirkt der Mousonturm mit seinen zehn Geschossen fast unscheinbar. Seine Bedeutung für die Stadtentwicklung ist dennoch groß. Er markierte den Beginn einer Hochhausgeschichte, die Frankfurt im Laufe des 20. Jahrhunderts zur deutschen Hochhausmetropole machte. Besonders seit den 1970er Jahren entstanden immer höhere Büro- und Geschäftshäuser, die das heutige Stadtbild prägen. Auch künftig wird sich die Silhouette der Stadt weiter verändern. Zahlreiche Hochhausprojekte befinden sich derzeit in Planung oder bereits im Bau. 

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens erinnert Frankfurt mit einem Jubiläumsprogramm an die Geschichte des Mousonturms. Im Mittelpunkt steht dabei die Bedeutung eines Bauwerks, das den Auftakt für eine bis heute prägende Entwicklung der Stadt markierte.

Mousonturm

Quellen: Frankfurt.de, Wikipedia, Künstler*innenhaus Mousonturm, Kulturdenkmale Frankfurt

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One Comment

  1. Klaus@paluch.de 15. Juli 2026 at 18:41 - Reply

    Sehr interessant und informativ geschrieben

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