Der Berliner Funkturm wird 100 Jahre alt. Zum Jubiläum gibt es Lichtshows, einen Podcast und Aktionen rund um das Wahrzeichen in Westend.

Der Berliner Funkturm auf dem Messegelände in Westend feiert am 3. September 2026 sein 100-jähriges Jubiläum. Das 147 Meter hohe Wahrzeichen wurde dafür saniert und neu inszeniert. / © Foto: depositphotos.com
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Am 3. September 2026 wird ein Wahrzeichen der Berliner City West 100 Jahre alt. Der Funkturm hat Rundfunk- und Fernsehgeschichte geschrieben, einen Großbrand und den Zweiten Weltkrieg überstanden. Zum Jubiläum rückt die Messe Berlin ihren „Langen Lulatsch“ nun mit Licht, Veranstaltungen und neuen Angeboten wieder stärker ins Zentrum.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Messedamm 22, 14055 Berlin
- Bauzeit: 1924 bis 1926
- Höhe: 147 Meter
- Aussichtsplattform: 126 Meter
Berliner Funkturm: Vom Antennenträger zum Wahrzeichen
Als der Funkturm am 3. September 1926 zur dritten Großen Deutschen Funkausstellung eröffnet wurde, stand vor allem seine technische Funktion im Mittelpunkt. Der Stahlfachwerkturm war als Antennenträger für den Rundfunksender Witzleben konzipiert. Entworfen hatte ihn Heinrich Straumer. Der heute 147 Meter hohe Bau steht auf einer Grundfläche von lediglich 20 mal 20 Metern. Seine Konstruktion erinnert nicht zufällig an den Eiffelturm.
Technisch war die Konstruktion ungewöhnlich. Der Turm diente ursprünglich als selbststrahlender Sendemast und stand dafür auf vier großen Porzellanisolatoren. Doch schnell entwickelte er sich auch zum Ausflugsziel. Restaurant und Aussichtsplattform machten den technischen Zweckbau zu einem Ort, von dem Berlinerinnen und Berliner ihre Stadt von oben erleben konnten. Mehr als 17 Millionen Menschen haben die Plattform nach Angaben der Messe Berlin inzwischen besucht.

Der Berliner Funkturm wurde am 3. September 1926 eröffnet. Im Jahr 2026 feiert das 147 Meter hohe Wahrzeichen in Berlin-Westend sein 100-jähriges Jubiläum. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Fernsehgeschichte, Großbrand und ein Turm auf drei Beinen
Der Funkturm spielte eine wichtige Rolle in der frühen Geschichte des Fernsehens. 1929 wurden von hier Fernsehversuchsbilder übertragen. Wenige Jahre später entwickelte sich Berlin zu einem wichtigen Standort der neuen Technik. 1930 hielt Albert Einstein bei der Funkausstellung eine viel beachtete Eröffnungsrede. Die Geschichte des Funkturms ist auch Teil der technischen Entwicklung Berlins.
Doch der Turm erlebte auch schwere Schäden. 1935 zerstörte ein Großbrand auf dem Messegelände Teile der technischen Anlagen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs traf eine Granate eine Hauptstrebe. Zeitweise stand die rund 600 Tonnen schwere Konstruktion nur noch auf drei Beinen. Der Funkturm blieb dennoch stehen und wurde anschließend repariert. Während der Berliner Luftbrücke diente das weithin sichtbare Bauwerk zudem als Orientierungspunkt für Piloten.
Zum Jubiläum 2026 wurde der Funkturm umfassend saniert
Das Jubiläum fällt in eine Phase großer Veränderungen rund um das Messegelände. 2025 begann eine umfangreiche Instandsetzung des Funkturms. Dafür schlossen Restaurant und Aussichtsplattform ab dem 5. Mai 2025. Die Arbeiten betrafen die tragende Struktur und technische Anlagen. Zudem modernisierte die Messe die Aussichtsplattform und das Restaurant, gestaltete den Eingangsbereich neu und erneuerte Informationstafeln.
Nach rund zehn Monaten öffnete das Wahrzeichen im März 2026 wieder. Seitdem haben nach Angaben der Messe Berlin knapp 10.000 Menschen die Aussichtsplattform besucht. Auch das Restaurant in rund 55 Metern Höhe ist wieder zugänglich.

Die markante Stahlkonstruktion des Berliner Funkturms auf dem Messegelände in Westend. / © Foto: depositphotos.com
„What the Funk“: Berlin feiert 100 Jahre Funkturm
Das eigentliche Jubiläumsprogramm begann bereits am 20. März. Unter dem Titel „What the Funk“ setzt die Messe Berlin auf eine neue Lichtinszenierung und verschiedene Aktionen. Am 6. Juni konnten sechs Paare im Funkturm heiraten. Im Juli und August folgten historische Führungen durch das denkmalgeschützte Bauwerk.
Am 3. September erreicht das Jubiläum seinen Höhepunkt. Während der offiziellen Eröffnungsgala der IFA soll der Funkturm farbig leuchten. Gleichzeitig startet ein eigener Funkturm-Podcast. Im Oktober folgen die Teilnahme am Festival of Lights und eine Jubiläumsnacht im Stil der 1920er Jahre. Für November plant die Messe eine weitere ungewöhnliche Rückkehr zur alten Funktion des Turms: Dann soll eine geheime Botschaft per Lichtsignal und Morsecode über Berlin geschickt werden.
Berliner Funkturm
Quellen: Messe Berlin, Landesdenkmalamt Berlin, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
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