Wie können Städte besser mit Hitze, Verkehr, Wohnraummangel und dem Klimawandel umgehen? Weltweit entstehen Projekte, die neue Antworten auf diese Fragen suchen. Von Bangkoks Wasserwegen über klimaangepasste Schulhöfe in Paris bis zu integrierten Wohnquartieren in Singapur: Zehn internationale Beispiele zeigen, welche Impulse auch für Berlin interessant sein könnten.

Die futuristischen „Supertrees“ in den Gardens by the Bay verbinden Architektur, Begrünung und Klimaanpassung. Das Projekt gilt weltweit als Symbol für Singapurs integrierte Stadtentwicklungsstrategie. / © Foto: Depositphotos.com
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Bezahlbarer Wohnraum, klimaangepasste Stadträume, neue Mobilitätskonzepte und lebenswerte Quartiere gehören zu den zentralen Herausforderungen vieler Großstädte. Auch Berlin sucht nach Antworten auf diese Fragen. Gleichzeitig entstehen weltweit Projekte, die zeigen, wie unterschiedlich Städte mit ähnlichen Problemen umgehen und welche Lösungen bereits in der Praxis erprobt werden.
Ein Blick ins Ausland zeigt, wie unterschiedlich Städte auf diese Herausforderungen reagieren. Ob klimaangepasste Schulhöfe in Paris, innovative Wohnungsbaupolitik in Wien oder neue Mobilitätskonzepte in Barcelona: Viele Projekte liefern Impulse, die auch für die deutsche Stadtentwicklung interessant sein können.
Nicht jede Idee lässt sich direkt übertragen. Dennoch lohnt sich der Blick über die Landesgrenzen, denn er zeigt, welche Ansätze heute bereits erprobt werden und welche Möglichkeiten sich für die Städte von morgen eröffnen. Die ENTWICKLUNGSSTADT-Redaktion hat 10 mögliche internationale Vorbildprojekte zusammengetragen.
1. Bangkok: Wasserwege als Teil der städtischen Infrastruktur
Bangkok ist bis heute stark von seinen Wasserwegen geprägt. Neben dem Chao Phraya River durchziehen zahlreiche Kanäle, die sogenannten Khlongs, das Stadtgebiet. Während viele dieser Wasserläufe im Zuge der autogerechten Stadtentwicklung an Bedeutung verloren hatten, entdeckt die thailändische Hauptstadt sie zunehmend neu. Expressboote und elektrische Fähren ergänzen das Verkehrsnetz.
Gleichzeitig zeigen Projekte wie der Chong Nonsi Canal Park, wie auch innerstädtische Kanäle neu gedacht werden können: Dort wurde ein lange vernachlässigter Kanalraum zu einer linearen Grün- und Aufenthaltsfläche umgestaltet, die Wasser, Wege, Bepflanzung und öffentlichen Raum miteinander verbindet.
Interessant ist dabei vor allem der ganzheitliche Ansatz. Wasserwege dienen nicht nur dem Verkehr, sondern übernehmen gleichzeitig Funktionen für Klimaanpassung, Freiraumplanung und Stadtgestaltung. Für Berlin lässt sich dieses Modell nicht direkt übertragen. Dennoch wirft es eine spannende Frage auf: Könnten Spree, Havel, Landwehrkanal oder Teltowkanal künftig stärker als zusammenhängende Infrastruktur gedacht werden, nicht nur für die Mobilität, sondern auch für Klimaschutz, Aufenthaltsqualität und die Vernetzung öffentlicher Räume?

Bangkok setzt zunehmend auf elektrische Fähren, um den Verkehr auf dem Chao Phraya River auszubauen. Die Wasserwege der Millionenmetropole sollen damit nicht nur zur Entlastung der Straßen beitragen, sondern auch Teil einer nachhaltigeren urbanen Mobilität werden. / © Foto: Elbow24, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
2. Melbourne: Stadtbäume als Hitzeschutz-Infrastruktur
Melbourne verfolgt mit seiner Urban Forest Strategy das Ziel, Stadtbäume nicht nur als gestalterisches Element, sondern als Teil der klimatischen Infrastruktur zu verstehen. Die Stadt will die Baumkronenbedeckung im öffentlichen Raum von 22 Prozent auf 40 Prozent bis 2040 erhöhen.
Gleichzeitig geht es um mehr Artenvielfalt, gesündere Baumbestände, bessere Bodenfeuchtigkeit und eine Stadt, die besser mit Hitze, Trockenheit und Extremwetter umgehen kann. Das Programm reagiert damit auf eine Entwicklung, die viele wachsende Städte betrifft: Bäume werden in der Klimaanpassung immer wichtiger, stehen aber selbst unter Druck durch versiegelte Böden, Bauarbeiten, Trockenstress und Nutzungskonflikte.
Für Berlin ist dieser Ansatz besonders naheliegend, weil Straßenbäume hier seit Jahren unter zunehmender Hitze und Trockenheit leiden. In vielen Quartieren entscheidet der Baumbestand bereits heute darüber, ob Straßen an Sommertagen erträglich bleiben oder sich stark aufheizen. Melbourne zeigt, dass Stadtgrün strategischer gedacht werden kann: nicht als Restfläche oder Verschönerung, sondern als Infrastruktur für Gesundheit, Schatten, Biodiversität und Aufenthaltsqualität.
Für Berlin könnte daraus die Frage entstehen, wie Baumpflanzungen, Entsiegelung, Regenwassermanagement und Straßenumbau stärker zusammengedacht werden. Gerade breite Straßenräume, Schulumfelder, Plätze und stark versiegelte Kieze könnten davon profitieren.

Melbourne betrachtet Stadtbäume zunehmend als Teil der Klimaanpassung. Die Urban Forest Strategy soll mehr Schatten, bessere Aufenthaltsqualität und widerstandsfähigere Stadträume schaffen. / © Foto: depositphotos.com
3. Wuhan: Die Stadt als Schwamm
Wuhan gehört zu den bekanntesten Beispielen für das Konzept der „Sponge City“. Die Grundidee: Regenwasser soll in der Stadt nicht möglichst schnell über die Kanalisation abgeleitet werden, sondern dort aufgenommen, gespeichert, gereinigt und teilweise wiederverwendet werden. Dafür setzt Wuhan auf eine Kombination aus grüner und blauer Infrastruktur, etwa durchlässige Beläge, Regengärten, Grünflächen, Feuchtgebiete und Wasserläufe. Ziel ist es, die Stadt widerstandsfähiger gegen Starkregen, Überschwemmungen und Wasserbelastungen zu machen.
Für Berlin ist das Beispiel vor allem wegen zunehmender Starkregenereignisse, Hitzeperioden und hoher Versiegelung relevant. Die Schwammstadt ist hier bereits ein bekanntes Leitbild, wird aber noch nicht überall konsequent umgesetzt. Wuhan zeigt wie wichtig es ist, Regenwasser als Ressource zu behandeln. Für Berlin könnte das bedeuten, Straßen, Plätze, Höfe und Grünflächen stärker so zu planen, dass sie Wasser speichern, Bäume versorgen, die Stadt kühlen und die Kanalisation entlasten.
4.Paris: Schulhöfe als Klima-Oasen
Paris verwandelt seit einigen Jahren versiegelte Schulhöfe in sogenannte „Cours Oasis“. Ziel ist es, Asphaltflächen durch begrünte, schattige und wasserdurchlässige Aufenthaltsräume zu ersetzen. Bäume, neue Pflanzungen, helle Oberflächen und Flächen zur Regenwasserversickerung sollen die Hitzebelastung reduzieren und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität für Kinder verbessern. In einer dicht bebauten Metropole entstehen so zusätzliche Freiräume, ohne neue Flächen ausweisen zu müssen.
Für Berlin ist dieser Ansatz besonders interessant, da auch hier viele Schulhöfe stark versiegelt sind und öffentliche Grünflächen in manchen Quartieren knapp werden. Klimaangepasste Schulhöfe könnten gleich mehrere Funktionen erfüllen: Sie bieten Kindern bessere Aufenthaltsbedingungen, tragen zur Abkühlung dicht bebauter Stadtteile bei und stärken die lokale Regenwasserbewirtschaftung. Paris zeigt damit, wie bestehende öffentliche Räume mit vergleichsweise einfachen Mitteln an die Folgen des Klimawandels angepasst werden können.
5. Barcelona: Superblocks für weniger Verkehr und mehr Stadtraum
Barcelona hat mit den sogenannten Superblocks, katalanisch „Superilles“, ein Modell entwickelt, das den Verkehr innerhalb mehrerer Häuserblocks neu organisiert. Durchgangsverkehr wird auf umliegende Hauptstraßen verlagert, während die Straßen im Inneren stärker Fußgängern, Radfahrenden und dem lokalen Verkehr vorbehalten sind. Dadurch entstehen neue Flächen für Aufenthalt, Begrünung, Spiel, Gastronomie und Nachbarschaft. Es geht also nicht um vollständig autofreie Quartiere, sondern um eine andere Hierarchie im Straßenraum: weniger Durchfahrt, mehr lokale Nutzung.
Für Berlin ist der Ansatz besonders interessant, weil viele Kieze unter Durchgangsverkehr, Lärm, engen Gehwegen und fehlenden Aufenthaltsflächen leiden. Barcelona zeigt, wie Straßen nicht nur als Verkehrsraum, sondern als öffentlicher Raum neu bewertet werden können. Gleichzeitig ist der Vergleich nicht konfliktfrei. Lieferverkehr, Rettungswege, Barrierefreiheit, Anwohnendenparken und die Verlagerung von Verkehr müssen sorgfältig geplant werden.
Für Berlin könnten Superblock-Ansätze vor allem dort relevant sein, wo bereits heute Kiezblocks diskutiert oder erprobt werden, etwa in dicht bebauten innerstädtischen Quartieren. Entscheidend wäre weniger die Kopie des Barcelona-Modells als eine Berliner Variante, die lokale Straßenstrukturen, Beteiligung und Mobilitätsbedürfnisse ernst nimmt.

Barcelonas Superblocks ordnen den Straßenraum neu: Durchgangsverkehr wird reduziert, während im Inneren der Quartiere mehr Platz für Fußgänger, Radverkehr, Grünflächen und Nachbarschaft entstehen kann. / © Foto: depositphotos.com
6. Wien: Leistbares Wohnen als dauerhafte Stadtpolitik
Wien gilt seit Jahrzehnten als eine der wichtigsten Referenzen für sozialen Wohnbau in Europa. Die Stadt besitzt rund 220.000 Gemeindewohnungen, hinzu kommen etwa 200.000 geförderte Wohnungen. Insgesamt lebt ungefähr die Hälfte der Wiener Bevölkerung in einer dieser beiden Wohnformen.
Das Besondere am Wiener Modell ist nicht nur die Größe des Bestands, sondern die politische Kontinuität dahinter: Wohnen wird als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden, nicht allein als Aufgabe des Marktes. Gemeindebauten und geförderte Wohnanlagen richten sich dabei nicht ausschließlich an sehr einkommensschwache Haushalte, sondern auch an breite Teile der Stadtgesellschaft.
Für Berlin ist Wien vor allem deshalb interessant, weil die Wohnungsfrage hier seit Jahren zu den zentralen Konfliktthemen gehört. Der Vergleich zeigt, wie stark ein großer öffentlicher und gemeinnütziger Wohnungsbestand auf den gesamten Markt wirken kann. Berlin verfügt zwar über landeseigene Wohnungsunternehmen, hat aber in der Vergangenheit auch große Bestände verkauft und muss heute vieles neu aufbauen.
Wien liefert daher keine einfache Vorlage, aber einen wichtigen Gedanken: Leistbares Wohnen entsteht nicht nur durch kurzfristige Eingriffe, sondern durch Bodenpolitik, dauerhafte Förderung, kommunalen Bestand und Qualitätsansprüche an neue Quartiere. Für Berlin könnte das besonders bei großen Entwicklungsflächen, Nachverdichtung und der Sicherung öffentlicher Grundstücke relevant werden.

Wien gilt mit seinem großen Bestand an kommunalen und geförderten Wohnungen als internationales Vorbild für bezahlbares Wohnen. Die österreichische Hauptstadt verfolgt seit Jahrzehnten eine konsequente Wohnungs- und Bodenpolitik. / © Foto: Depositphotos.com
7. Singapur: Integrierte Wohnquartiere statt reiner Wohnungsbau
Singapur plant große Wohngebiete seit Jahrzehnten als weitgehend eigenständige Stadtteile. Die staatliche Housing & Development Board entwickelt sogenannte HDB-Towns nicht nur mit Wohnungen, sondern auch mit Schulen, Parks, Einkaufsmöglichkeiten, Community-Angeboten, Nahversorgung und Verkehrsanbindung.
Ergänzt wird dieses Modell durch Neighbourhood Centres, die im Alltag wichtige Funktionen bündeln, etwa Einkaufen, Essen, Gesundheitsangebote und Treffpunkte. Damit entsteht ein Verständnis von Wohnungsbau, das über die einzelne Wohnung hinausgeht: Entscheidend ist, ob ein Quartier im Alltag funktioniert.
Auch in Berlin gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung. Bei großen Entwicklungsprojekten wie Siemensstadt Square oder dem Schumacher Quartier entstehen nicht nur neue Wohnungen, sondern ganze Stadtquartiere mit Bildungsangeboten, Grünflächen, Arbeitsplätzen und sozialer Infrastruktur. Singapur zeigt, wie wichtig es ist, solche Elemente von Beginn an mitzudenken.
Denn die Qualität eines Quartiers entscheidet sich nicht allein an der Zahl der Wohnungen, sondern daran, ob es im Alltag funktioniert. Kurze Wege, gute Erreichbarkeit und eine ausgewogene Mischung unterschiedlicher Nutzungen werden dabei zu zentralen Faktoren einer nachhaltigen Stadtentwicklung.,
8. Oslo: Klimaschutz als Teil des Haushalts
Oslo verfolgt seit mehreren Jahren einen ungewöhnlichen Ansatz in der Klimapolitik: Die norwegische Hauptstadt arbeitet mit einem sogenannten Klimabudget. Dabei werden Klimaziele nicht nur politisch beschlossen, sondern mit konkreten Maßnahmen, Zuständigkeiten und überprüfbaren Emissionszielen verknüpft. Bereiche wie Verkehr, Gebäude, Energie oder Abfallwirtschaft werden regelmäßig daraufhin überprüft, welchen Beitrag sie tatsächlich zur Reduzierung von Treibhausgasen leisten. Das internationale Städtenetzwerk C40 zählt Oslo deshalb zu den Vorreitern beim sogenannten Climate Budgeting.
Für Berlin könnte dieser Ansatz vor allem deshalb interessant sein, weil viele klima- und stadtentwicklungspolitische Ziele bereits formuliert sind. Häufig stellt sich jedoch die Frage, wie deren Umsetzung im Verwaltungsalltag gesteuert und kontrolliert werden kann.
Das Beispiel Oslo zeigt einen möglichen Weg, Klimaschutz stärker in bestehende Haushalts- und Entscheidungsprozesse zu integrieren. Sichtbare Bauprojekte entstehen dadurch nicht unmittelbar. Dennoch könnte ein solcher Ansatz dazu beitragen, dass politische Ziele messbarer werden und Fortschritte transparenter nachvollzogen werden können.

Oslo verbindet Stadtentwicklung, Klimapolitik und Hafenumbau mit einem besonderen Steuerungsinstrument: dem Klimabudget, das Emissionen messbar machen und politische Maßnahmen überprüfbar machen soll. / © Foto: depositphotos.com
9. Shenzhen: Elektrifizierter ÖPNV als Stadtsystem
Shenzhen gilt als Vorreiter bei der Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs. Bereits vor einigen Jahren stellte die Millionenmetropole ihre gesamte Busflotte auf Elektroantrieb um und elektrifizierte anschließend große Teile des Taxiverkehrs. Bemerkenswert ist dabei weniger die Zahl der Fahrzeuge als der systematische Ansatz: Parallel zum Austausch der Busse entstanden neue Ladeinfrastrukturen, angepasste Betriebshöfe und digitale Steuerungssysteme für den Betrieb.
Für Berlin ist Shenzhen vor allem deshalb interessant, weil die Stadt zeigt, dass die Verkehrswende weit über die Anschaffung neuer Fahrzeuge hinausgeht. Emissionsfreie Busse benötigen leistungsfähige Depots, eine stabile Energieversorgung und langfristige Investitionen in die Infrastruktur.
Zwar unterscheiden sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich von denen in Deutschland. Dennoch macht Shenzhen sichtbar, wie wichtig ein integrierter Ansatz ist. Gerade für Berlin, wo Busse viele Stadtteile abseits von S- und U-Bahn erschließen, könnte diese Perspektive bei der weiteren Elektrifizierung des Nahverkehrs an Bedeutung gewinnen.
10. Tokio: Wenn Bahnhöfe zu Stadtzentren werden
In Tokio endet Stadtentwicklung nicht am Bahnhof, sondern beginnt oft genau dort. Große Stationen wie Shibuya, Shinjuku oder Tokyo Station sind weit mehr als Verkehrsknotenpunkte. Sie vereinen Büros, Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen und öffentliche Räume auf engstem Raum und bilden eigenständige urbane Zentren.
Dahinter steht ein Planungsansatz, der Mobilität und Stadtentwicklung seit Jahrzehnten zusammendenkt. Entlang wichtiger Bahnlinien entstanden verdichtete Stadtquartiere, in denen Wohnen, Arbeiten und Alltagswege eng miteinander verknüpft sind.
Auch Berlin verfügt über zahlreiche Bahnhöfe mit großem Entwicklungspotenzial. Stationen wie Südkreuz, Ostkreuz, Gesundbrunnen, Jungfernheide oder künftig die Stationen entlang der Siemensbahn sind weit mehr als reine Umsteigepunkte.
Die spannende Frage lautet daher nicht nur, wie Menschen möglichst schnell von A nach B gelangen, sondern was rund um diese Knotenpunkte entstehen kann. Tokio zeigt, dass Bahnhofsumfelder zu lebendigen Stadtbausteinen werden können – mit Arbeitsplätzen, Nahversorgung, öffentlichen Plätzen und kurzen Wegen. Gerade in einer wachsenden Metropole wie Berlin könnte dieser Gedanke künftig an Bedeutung gewinnen.

Bahnhöfe wie die Shinjuku Station sind in Tokio weit mehr als Orte zum Umsteigen. Sie verbinden Schienenverkehr, Einkauf, Gastronomie, Dienstleistungen und städtischen Alltag auf engem Raum. / © Foto: depositphotos.com
Vorbilder für Berlin? Internationale Ideen für die Stadt von morgen
Berlin wird die Lösungen anderer Städte nicht kopieren können und muss das auch nicht. Die Beispiele aus Bangkok, Wien, Paris, Singapur oder Tokio zeigen jedoch, dass viele Herausforderungen, vor denen die Hauptstadt heute steht, andernorts bereits praktisch erprobt werden.
Oft geht es dabei weniger um spektakuläre Neubauten als um einen neuen Blick auf bestehende Strukturen: Kanäle werden zu öffentlichen Räumen, Schulhöfe zu Klima-Oasen, Bahnhöfe zu Stadtzentren und Wohnquartiere zu vollständigen Stadtbausteinen.
Berlin hat die Voraussetzungen, viele innovative Ideen auch selbst umzusetzen
Auch Berlin verfügt über zahlreiche Voraussetzungen für solche Ansätze. Die Stadt besitzt ein dichtes Schienennetz, große Entwicklungsflächen, Wasserwege und gewachsene Quartiere. Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, welche Projekte künftig entstehen, sondern wie vorhandene Infrastruktur und Stadträume weiterentwickelt werden.
Die internationalen Beispiele liefern keine Blaupausen. Sie zeigen jedoch, welches Potenzial entstehen kann, wenn Städte langfristig planen und unterschiedliche Aufgaben stärker zusammendenken.
Quellen: mooool.com, LANDPROCESS, IEA, World Bank, Wired, Coalition for Urban Transitions, NetworkNature / GrowGreen Barcelona, Schindler Magazin, C40 Cities, Umweltbundesamt; Wien, Social Housing Wien, Wiener Wohnen, The Guardian, Singapur,HDB Singapore, PUB Singapore, City of Melbourne: Urban Forest Strategy, AIPH, City of Oslo, European Commission; Tokio, Government of Japan, UR Japan, Ville de Paris, European Climate Adaptation,
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3 Kommentare
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Die Welt macht es vor. Jetzt muss Berlin es nur noch nachmachen.
Machen. Nicht nur Reden.
Superblocks und Bäume, insbesondere auf Schulhöfen sollte realistisch sein. Ebenso integrierte Quartiere.
Der Beitrag als solcher wie auch Ihrer sind reichlich sinnbefreit!
Waren Sie eigentlich schon mal in Barcelona. Im Verhältnis zu Berlin ist das eine Steinwüste, Berlin dagegen eine grüne Oase … und das seit Jahrzehnten. Dasselbe gilt für Paris.
Und:
„Singapur plant große Wohngebiete seit Jahrzehnten als weitgehend eigenständige Stadtteile. Die staatliche Housing & Development Board entwickelt sogenannte HDB-Towns nicht nur mit Wohnungen, sondern auch mit Schulen, Parks, Einkaufsmöglichkeiten, Community-Angeboten, Nahversorgung und Verkehrsanbindung.“
Laut Artikel geschieht das in Berlin zunehmend auch! Völliger Blödsinn: Das geschah in Berlin und in allen anderen deutschen Städten schon immer!
Und Tokio? Wenn Bahnhöfe zu Stadtzentren werden? Ist das in Berlin anders? Mir wäre es eigentlich wichtiger, wenn wir Bahnhöfe hätten, in denen man nicht durch den Uringeruch durch die Hallen begleitet würde und die Bahnverbindungen funktionieren würden!
Shenzen: Diverse deutsche Städte stellen ihre Elektro-Bus-Flotte wieder auf Diesel um! Dass die chinesischen Städte, so Shenzen, das anders halten, dürfte mit der jahrzehntelangen irren Luftverschmutzung zu tun haben. Übrigens ein Grund der Förderung von E-Mobilität in China überhaupt!
Für Berlin interessant wäre das Vorbild Wien mit bezahlbarem Wohnraum, gegebenenfalls Wuhan mit der Schwammstadt-Funktion! In allem anderen dürfte Berlin Vorbild für die hier genannten Städte sein!
Das sehe ich anders. Es gibt auch in Berlin Gebiete mit dringendem Handlungsbedarf.
Auch wenn Berlin grüner ist als andere Städte haben wir Probleme mit Hitzeinseln.
Superblocks wie in Barcelona könnten an diesen Hotspots die notwendige Abhilfe betrachten.
Auch in Berlin gibt es Gebiete, in denen die Infrastruktur nicht mit der Bevölkerungsdichte mithalten kann.
Von fehlenden öffentlichen Schulen im Einzugsgebiet bis hin zur Bürgersteigbreite bei einem neuen Hotels mit 2.500 Betten am Checkpoint Charlie.
Ein Blick auf Gesamt-Berlin reicht nicht. Bestehende Probleme müssen gelöst werden.