Im Oktober fiel der Baustart für „Konnekt Berlin“ im Georg-Knorr-Park. Nun konkretisiert eine Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus zentrale Fragen zu Baufortschritt, Förderquote und Zeitplanung. Das neue Quartier in Marzahn nimmt damit weiter Gestalt an.

So soll das „Konnekt“ einmal aussehen: Geplant ist ein gemischt genutztes Quartier mit rund 1.600 Wohnungen, Gewerbeflächen, einer Kita sowie weiteren sozialen und nachbarschaftlichen Einrichtungen, ergänzt durch den Erhalt und die Umnutzung historischer Bestandsgebäude. / © Visualisierung: ioo Planungsgesellschaft
© Titelbild: ioo Architekten
Wo einst Werkzeugmaschinen produziert wurden, sollen künftig Familien wohnen, Kinder betreut und Unternehmen arbeiten. Mit dem Projekt „Konnekt Berlin“ entsteht im Georg-Knorr-Park in Marzahn eines der größten Neubauvorhaben im Berliner Osten. Rund 1.600 Wohnungen sowie Gewerbe- und Sozialflächen sind auf dem Gelände geplant.
Der Baustart für den ersten Abschnitt erfolgte im Oktober vergangenen Jahres, seither laufen die Arbeiten. Ziel ist eine enge Verzahnung von Wohnen, Arbeiten und sozialer Infrastruktur. Neben Neubauten sollen erhaltenswerte Bestandsgebäude als bauliche Erinnerung an die industrielle Vergangenheit des Standorts integriert werden.
„Konnekt“ in Marzahn: Hälfte der Wohnungen gefördert oder preisgedämpft
Neue Details zum Projekt liefert eine Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus von Berlin. In der Antwort nimmt der Senat Stellung zum Stand der Genehmigungen und zur sozialen Ausrichtung. Demnach liegt für den ersten Bauabschnitt eine Baugenehmigung vor, weitere Anträge befinden sich in Vorbereitung oder Prüfung. Aus Sicht des Senats verläuft das Vorhaben derzeit im Zeitplan.
Bestätigt wird zudem, dass etwa die Hälfte der geplanten Wohnungen im geförderten oder preisgedämpften Segment entstehen soll. Ein Teil davon wird durch die landeseigene HOWOGE realisiert, die Teil des Entwicklungskonsortiums ist. Grundlage der sozialen Quoten ist ein städtebaulicher Vertrag mit dem Land Berlin.
Während ein erheblicher Teil der Wohnungen nach aktueller Planung innerhalb des kommenden Jahrzehnts entstehen soll, finden zur Realisierung des Gewerbehofs und der Quartiersgarage laut Senat weiterhin intensive Abstimmungen statt.
Verkehrsberuhigtes Mischquartier im Georg-Knorr-Park: Gewerbe, Kita und nachbarschaftliche Angebote geplant
Das Quartier im Georg-Knorr-Park wird als verkehrsberuhigtes Mischquartier entwickelt, in dem neben Wohnraum auch Gewerbe, soziale Infrastruktur und nachbarschaftliche Angebote Platz finden. Insgesamt sind rund 22.000 Quadratmeter Gewerbefläche vorgesehen. Ergänzt wird das Konzept durch Einrichtungen wie eine Kita sowie weitere Flächen für gemeinschaftliche Nutzungen.
Auch beim Betrieb des Quartiers wird auf Nachhaltigkeit gesetzt. Vorgesehen sind unter anderem Photovoltaikanlagen auf den Dächern, der Einsatz von Wärmepumpen sowie ein weitgehend autarkes, regeneratives Wärmesystem. Zusätzlich sollen zahlreiche Fahrradstellplätze, begrünte Innenhöfe und eine Quartiersgarage dazu beitragen, den motorisierten Verkehr innerhalb des Gebiets zu reduzieren.
Neubau und Erweiterungen sichern Grundschulplätze für die wachsende Kinderzahl
Um den Bedarf an Grundschulplätzen für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner zu sichern, sind ebenfalls mehrere Maßnahmen geplant. Dazu zählt der Neubau einer Grundschule in der Bruno-Baum-Straße.
Darüber hinaus wird laut Senat geprüft, die bestehende Peter-Pan-Grundschule perspektivisch durch ein sogenanntes „Fliegendes Klassenzimmer“ an der Bitterfelder Straße/Otto-Rosenberg-Straße zu erweitern. Auf diese Weise soll eine bedarfsgerechte Schulversorgung für die wachsende Zahl an Grundschulkindern im Umfeld gewährleistet werden.
Hofhäuser, Hochhäuser und Denkmalgebäude: Teile der historischen Bauten bleiben erhalten
Das Projekt in Marzahn gehört zu den größeren Transformationsvorhaben auf ehemaligen Gewerbeflächen der Hauptstadt und wird von einem Konsortium aus LABORGH Investment, Kondor Wessels und der HOWOGE entwickelt.
Teile der historischen Backsteinbauten aus der Zeit der Werkzeugmaschinenproduktion sollen erhalten bleiben und künftig Flächen für Gewerbe, kreative Nutzungen und Dienstleistungen bieten. Zudem ist in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege eine Ausstellung zur Geschichte des Areals geplant, unter anderem zur Zeit der Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Die Transformation des Standorts wird damit nicht nur als bauliche, sondern auch als historische Aufgabe verstanden.
Quellen: Schriftliche Anfrage Drucksache 19/25156 im Abgeordnetenhaus von Berlin, Kondor Wessels, HOWOGE, Laborgh Investment, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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Sieht ja so richtig einladend aus.