Am Alexanderplatz entsteht mit dem 130 Meter hohen „030BLN“ eines der prägendsten Hochhausprojekte Berlins. Nun kommt auf der Baustelle eine Technologie zum Einsatz, die weltweit bislang nur selten verwendet wird.

Der Roboter „Schindler R.I.S.E“ wirkt weniger wie eine klassische Maschine auf Rädern, sondern eher wie ein kompakter, vertikal arbeitender Arbeitskopf in einem technischen Rahmen.

Im „030BLN“ übernimmt die Technologie einen Teil der Vorarbeiten für die Aufzugsmontage, indem sie Bohrlöcher erstellt und Ankerbolzen an den exakt berechneten Positionen setzt. / © Foto: Schindler Deutschland

© Titelbild/ Visualisierung: Covivio

ANZEIGE

 

Mit dem „030BLN“ entsteht am Alexanderplatz ein weiteres Hochhaus, das die Silhouette der Berliner Innenstadt Stück für Stück verändert. Während die Fassadenarbeiten inzwischen sichtbar voranschreiten, kommt hinter den Kulissen eine Technologie zum Einsatz, die auf Baustellen bislang noch die Ausnahme ist: Ein autonom arbeitendes Robotik-System übernimmt Teile der Aufzugsmontage im künftigen Hochhaus.

Zum Einsatz kommt das System „Schindler R.I.S.E“ (Robotic Installation System for Elevators), das nach Angaben des Herstellers weltweit als erstes autonomes Robotik-System speziell für Arbeiten in Aufzugsschächten entwickelt wurde. Auf der Baustelle des „030BLN“ soll die Technologie die Vorbereitung und Installation der Aufzugsanlagen beschleunigen und zugleich die Arbeitsbedingungen verbessern.

ANZEIGE

Hochhausprojekt „030BLN“ wächst: Präzisionsarbeit im Aufzugsschacht

Die Technologie übernimmt automatisiert das Vermessen der Schachtwände sowie das Bohren und Setzen von Ankerbolzen, die später für Führungsschienen, Aufzugstüren und weitere Bauteile benötigt werden. In einem Hochhaus können davon mehrere Tausend verbaut werden.

Das System bewegt sich selbstständig im Schacht nach oben und unten und arbeitet rund um die Uhr. Während der Arbeiten wird es von einem Operator überwacht, der den Baufortschritt per Kamerasystem kontrolliert. Nach Unternehmensangaben lassen sich die entsprechenden Arbeitsschritte dadurch um bis zu 40 Prozent schneller ausführen als bei herkömmlichen Verfahren. Gleichzeitig sollen Präzision, Arbeitssicherheit und Ergonomie verbessert werden.

Seit dem ersten Prototypeneinsatz im Jahr 2017 wurde die Technologie weltweit bislang rund 40 Mal verwendet. Zu den bekanntesten Projekten zählt der Varso Tower in Warschau, eines der höchsten Gebäude Europas.

ANZEIGE

Im laufenden Bau des 030BLN am Berliner Alexanderplatz wird derzeit ein Robotik-System eingesetzt, das im Inneren des Gebäudes den Aufzugsschacht für den Einbau der Anlagen vorbereitet.

Im Hochhausprojekt „030BLN“ am Berliner Alexanderplatz kommt derzeit ein autonomer Roboter zum Einsatz, der im Aufzugsschacht Bohr- und Montagearbeiten für den späteren Einbau der Aufzüge übernimmt. / © Foto: Schindler Deutschland

Covivio Tower: 130 Meter hoher Nutzungsmix für den Alexanderplatz

Mit dem „030BLN“ entwickelt Covivio an der Alexanderstraße ein rund 130 Meter hohes Hochhaus mit 33 Geschossen. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen den Projektnamen offiziell vorgestellt. Zuvor war das Vorhaben vor allem unter der Bezeichnung „Covivio Tower“ bekannt.

Auf insgesamt rund 60.000 Quadratmetern entstehen Büroflächen, Einzelhandel, Gastronomie sowie mehr als 300 Urban-Living-Einheiten. Ergänzt wird das Nutzungskonzept durch eine Kindertagesstätte und eine Dachterrasse mit Aufenthalts- und Gastronomiebereichen. Darüber hinaus ist zwischen dem Hochhaus und dem benachbarten Park Inn eine neue begrünte Passage vorgesehen.

ANZEIGE

Entworfen wurde das Projekt von Sauerbruch Hutton, Studio Aisslinger und AGL Architekten. Die Fertigstellung des Hochhauses ist derzeit für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Mit dem Bauvorhaben setzt sich die städtebauliche Transformation des Alexanderplatzes fort, dessen Skyline sich durch mehrere Hochhausprojekte zunehmend verändert.

Die Visualisierung zeigt, wie das Hochhaus am Alexanderplatz einmal aussehen soll.

Mit einer geplanten Höhe von rund 130 Metern entsteht das Hochhaus direkt am Alexanderplatz im Bezirk Berlin-Mitte und prägt künftig die dortige Skyline. / © Visualisierung: Covivio

030BLN: Die Visualisierung zeigt den Dachgarten als intensiv begrünte Aufenthaltsfläche mit unterschiedlichen Zonen für Erholung und Begegnung.

Der Dachgarten ist als intensiv begrünte Aufenthaltsfläche mit unterschiedlichen Zonen für Erholung, Austausch und Urban Gardening konzipiert und eröffnet weite Ausblicke über die Berliner Innenstadt. / © Visualisierung: Covivio

Quellen: Schindler Deutschland, Covivio

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.